Wiener Politiker plädieren für Wiederaufbau

20. August 2001, 12:48
posten

Das historisch wertvolle ist vor allem für die Jugend unverzichtbar

Wien - Die Stimmen, die für einen Wiederaufbau der zerstörten Wiener Sofiensäle plädieren, werden lauter. So hat sich am Montag etwa die Junge ÖVP-Wien via Aussendung für einen Wiederaufbau ohne "Wenn und Aber" ausgesprochen. Auch der Wiener FPÖ-Stadtrat Johann Herzog empfahl "gemeinsame Anstrengungen" von Bund, Land und Betreiber, um die Wiederherstellung des abgebrannten großen Saales zu ermöglichen.

"Großer Verlust"

Herzog sprach von einem "großen Verlust" für Wien und betonte: "Ein Wiederaufbau dieses seit 175 Jahren beliebten Ball-, Konzert- und Veranstaltungszentrums sollte ernsthaft ins Auge gefasst werden. Die Wiederherstellung der Redoutensäle in der Wiener Hofburg kann dabei als herauszuhebendes Beispiel genannt werden."

Herzog forderte "volle Aufklärung des mysteriösen Brandes" und kritisierte: Anstatt die Renovierung zügig voranzutreiben, sei nicht zuletzt durch Uneinigkeit zwischen Denkmalamt, Betreibern und dem "offensichtlich geringen Interesse der Stadt Wien" die Bausubstanz immer mehr einer Vernachlässigung ausgesetzt gewesen.

"Unverzichtbar"

Der JVP-Landesobmann Georg Haunschmidt meinte: "Wien kann auf ein historisch derart wertvolles Gebäude nicht einfach verzichten." Vor allem die Wiener Jugend habe ein Recht darauf, dass ihr Veranstaltungszentrum wieder aufgebaut werde.

Kritik übte er an den "mangelnden Brandschutzvorrichtungen" bei den Bauarbeiten: "Hat denn niemand beispielsweise aus dem Brand der Redoutensäle oder des Gerngroß gelernt? Ist die Wiener SP-Stadtregierung wirklich nicht in der Lage, die historischen Wiener Gebäude vor derart leichtfertigem Umgang zu schützen, wenigstens minimale Brandschutzvorkehrungen bei Bauarbeiten vorzuschreiben?" (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.