Sofiensäle: Verdacht auf Fahrlässigkeit bei Reparaturarbeiten

20. August 2001, 14:04
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"Salopper" Umgang mit offenem Feuer

Wien - Die kriminalistische Aufarbeitung des Sofiensäle- Brandes war am Montag im Großen und Ganzen abgeschlossen. Die Ermittler des Wiener Sicherheitsbüros gehen davon aus, dass fahrlässiges Verhalten bei den auf dem Dach durchgeführten Flämmarbeiten das Feuer ausgelöst haben dürfte, sagte Brandreferent Mag. Michael Kendl.

Salopper Umgang mit Bestimmungen

Die mit der Abdichtung des leckendes Daches beauftragte Firma soll etwas "salopp" mit den entsprechenden Bestimmungen für den Umgang mit offenem Feuer - feuerpolizeiliche Vorschriften und Arbeitnehmerschutzgesetz - umgegangen sein. "Man hätte aktiv auf eine eventuelle Brandentstehung achten müssen", sagte Kendl, unter Umständen hätte die Dachdeckerfirma sogar einen zweiten Mitarbeiter als "Feuerwache" abstellen müssen. Tatsächlich führte ein einziger Arbeiter auf dem Dach das Flämmen durch.

Vergebliche Löschversuche

Das Feuer ist im Inneren des Gebäudes, im Dachstuhl auf der Seite der Blattgasse, entstanden. Die aus trockenem Holz, Schilf und Stahl bestehende Konstruktion begann zu glosen. Der Arbeiter wurde zu spät auf die Gefahr aufmerksam - erst als der starke Rauch aus dem Inneren ins Freie drang. Seine Löschversuche konnten nichts fruchten, die Feuerwehr musste das Dach öffnen, um zum Brandherd vorzudringen.

Die traurige "Ironie" am Untergang der Sofiensäle: Die Reparatur des Daches war schon seit rund zwei Wochen ohne Probleme im Gang. Am vergangenen Donnerstag, dem Tag des Brandes, wären die Arbeiten zu Ende gebracht worden. Erst nachdem der Arbeiter schon fast die gesamten etwa 200 Quadratmeter fertig hatte, brach "während der letzten paar Meter" (Kendl) das Feuer aus. Der Verdacht auf Fahrlässigkeit wird jetzt der Staatsanwaltschaft zur Kenntnis gebracht. (APA)

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