Experten erkennen im Spätwerk von Monet Übermalungen

20. August 2001, 12:18
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"Die Rosenallee. Der Weg zum Spätwerk Monets in Giverny" beschreibt Entdeckung und Restaurierung von Übermalungen

Aachen (dpa) - Im Spätwerk des französischen Impressionisten Claude Monet (1840-1926) haben Experten auf Ölbildern Übermalungen entdeckt, die offensichtlich nicht von dem Künstler selbst stammen. In dem im Mainz Verlag (Aachen) erschienenen Werk "Die Rosenallee. Der Weg zum Spätwerk Monets in Giverny" beschreibt eine Autorengruppe anhand des in Schweizer Privatbesitz befindlichen, um 1920 entstandenen Bildes "Die Rosenallee", wie Übermalungen an den Ecken und Kanten des Bildes festgestellt und wie das Werk in seinen Originalzustand zurückversetzt wurde

Foto: Musée d'Orsay
Le Jardin de Monet, les iris, 1900, Musée d'Orsay, Paris

Entdeckt wurden die Übermalungen von Christian Klemm vom Kunsthaus in Zürich, wo das Monet-Bild in einer Ausstellung zu sehen war, die Restaurierung nahm die zu dem Autorenteam gehörende Renate Woudhuysen-Keller vom Hamilton Kerr Institute in Cambridge vor. Die Experten schätzen, dass von den 300 bis 400 Bildern aus dem Spätwerk Monets, der dem Impressionismus mit zum Durchbruch verhalf, 20 bis 30 durch nicht vom Künstler gewollte Übermalungen entstellt sein könnten. Diese Werke befänden sich überwiegend im Privatbesitz, so dass eine Überprüfung nicht ohne weiteres möglich sei. Ende September soll nach Angaben des Verlags bei einem Fachsymposium in Treviso über die neuen Thesen zum Spätwerk von Monet diskutiert werden.

Von Woudhuysen-Keller, Renate / Schoeller-von Haslingen, Karin / Schoeller, Manfred / Woudhuysen, Paul: "Die Rosenallee. Der Weg zum Spätwerk Monets in Giverny", 79 S., 55 Abb., 569 Schilling, ISBN 3-89653- 830-6 http://giverny.org/monet/welcome.htm http://www.abseits.de/monet2.htm
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