Keine zweite Musicalbühne am Wörthersee

20. August 2001, 10:42
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Kärnten - Geplante Kooperation mit "Theater des Westens" scheiterte an Gemeinden

Klagenfurt - Als vor kurzem das Klagenfurter Stadttheater den Zuschlag für die künstlerische Leitung der Seebühne erhielt, dürfte sich Landeskulturreferent Jörg Haider wenig gefreut haben. War damit doch der Versuch geplatzt, den Berliner Intendanten des "Theater des Westens" Elmar Ottenthal und die mit ihm kooperierende deutsch-österreichische Betreibergesellschaft mit guten FP-Verbindungen auf der Seebühne doch noch zum Zug kommen zu lassen.

Aber auch der nächste Vorstoß, die Ottenthal-Produktion "Falco meets Amadeus" in Pörtschach aufzuführen, ist gescheitert. Die Betreiber der "Werzer-Arena", die zum gleichnamigen Pörtschacher Hotelimperium gehört, lehnten ab. Zuvor hatte schon die Gemeinde Maria Wörth bei den Landesplänen abgewunken, eine zweite Musical-Seebühne zu installieren.

Millionenangebot

Bereits am Tag nach der Kuratoriumsentscheidung wurde Finanzreferent Karl Pfeifenberger (FP) von Haider zu einem Geheimtreffen nach Pörtschach geschickt - mit einem attraktiven Angebot in der Tasche. Zehn Millionen Schilling an Landesförderung sollten fließen, berichtet ein Sitzungsteilnehmer dem STANDARD, also exakt jener Betrag, den Pfeifenberger dem Stadttheater zur Abgangsdeckung für die nächste Seebühnen-Produktion verweigert hat. Im Schlepptau Pfeifenbergers: Michael Großschedl, der Anwalt der deutsch-österreichischen Betreibergruppe, sowie die niederösterreichische FP-Mandatarin Elisabeth Kaufmann-Bruckberger, die für die Seebühnen-Gastronomie im Gespräch war und eine Kooperation mit deutschen Busunternehmern in Aussicht stellte.

Als landesgeförderte "Konkurrenz" zum Stadttheater, das die Produktionskosten aus eigener Kraft hätte einspielen sollen, sei das "nicht gedacht gewesen", beteuert Pfeifenberger. Es gebe auch "keinerlei finanzielle Verpflichtungen des Landes durch Vorverträge gegenüber den durchgefallenen Seebühne-Betreibern.

Unterdessen verlautet aus Berlin, dass Ottenthal unter schweren finanziellen Druck geraten sei. Vor kurzem berichtete die dpa über den bevorstehenden Konkurs seines "Theater des Westens". Gastspiele mit dem erfolgreichen "Falco" sollten Ottenthal vor dem drohenden Aus retten. In Kärnten bleibt ihm nur mehr ein Spielort: die Burgarena Finkenstein.
(stein/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 20. 8. 2001)

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