Anti-Apartheid-Aktivist Donald Woods gestorben

20. August 2001, 11:28
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Weggefährte von Steve Biko litt an Krebs

London - Der südafrikanische Journalist und Anti-Apartheid-Aktivist Donald Woods ist tot. Er starb am Sonntag im Alter von 67 Jahren im Krankenhaus in Sutton, südlich von London. Woods litt an unheilbarem Leberkrebs, wie seine älteste Tochter Jane mitteilte. Der Journalist war ein Weggefährte und Freund des schwarzen Bürgerrechtlers Steve Biko, der 1977 in Polizeihaft unter ungeklärten Umständen ums Leben kam.

Woods setzte sich mit großem Engagement für die Aufdeckung der Todesursache ein und wurde daher selbst unter Hausarrest gestellt. Ende 1977 gelang ihm auf spektakuläre Weise die Flucht aus Südafrika. Woods ging nach Großbritannien, wo ihm Asyl gewährt wurde. Nach 13 Jahren im Exil kehrte er erstmals nach Südafrika zurück. Zuletzt besuchte er sein Heimatland im Mai, als er auf der Hochzeit von Bikos Sohn Nkosinathi zu Gast war.

Geboren am 15. Dezember 1933 setzte sich Woods schon als Schüler kritisch mit der südafrikanischen Rassenpolitik auseinander und wurde allmählich zu einem überzeugten Gegner der Apartheid. Von 1965 bis 1977 war er Chefredakteur des "Daily Dispatch" und führte in dieser Position einen unermüdlichen Kampf gegen die Politik der Rassentrennung. Seine Kolumnen erschienen in mehreren südafrikanischen Zeitungen und machten ihn auch über Südafrika hinaus bekannt. Anfang der 70-er Jahre lernte er Biko, den Führer der "Black Consciousness"-Bewegung, kennen. Richard Attenborough verfilmte die Geschichte von Biko und Woods 1987 im Kinostreifen "Schrei nach Freiheit" ("Cry Freedom"). (APA/AP)

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