Finz verteidigt Postämterschließungen

19. August 2001, 19:19
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Finanzstaatssekretär: Ersatzdienste" in Gemeinden aufbauen

Wien - Finanzstaatssekretär Alfred Finz (V) verteidigt die Schließungspläne der Post, die bis Mitte 2002 rund ein Drittel der 2.300 Postämter zusperren möchte. Es gebe eine Unzahl von "Minipostämtern" mit nicht einmal zehn Prozent Deckungsbeitrag.

"Natürlich muss auch die Post zu einem gesunden Unternehmen werden", so Finz. Allerdings müsse sichergestellt sein, dass das Leistungsniveau in den von Schließungen betroffenen Regionen - etwa durch "Postagenturen" - gewahrt bleibe.

Ersatzdienste

"Wenn die Post etwas schließt, dann sind Ersatzdienste aufzubauen", so Finz und meint etwa "Postagenturen" bei Trafikanten. Diesbezüglich seien "unbedingt" Gespräche mit den Bürgermeistern und der Wirtschaft zu führen. Wo Postämter weiterbestehen, müsse man der Post die Möglichkeit geben, neue Geschäftsfelder zu erschließen.

"Serienkündigungen" dürfe es vor allem am Land "wo keine anderen Arbeitsplätze vorhanden sind" nicht geben, betonte Finz. Sollte die natürliche Personalfluktuation von schätzungsweise drei Prozent nicht ausreichen, um den angestrebten Personalabbau zu bewältigen (bis 2004 sollen 6.000 der bisher 31.000 Mitarbeiter, also rund 20 Prozent, gehen) seien jedenfalls einvernehmliche Lösungen mit der Gewerkschaft zu finden, fordert Finz.

Kein Weisungsrecht

Sollte sich die Post nicht an diese Vorgaben halten, gebe es allerdings kein Weisungsrecht des Finanzministeriums, räumt Finz ein. Zwar sei die ÖIAG 100-Prozent-Mutter der Post. "Das Finanzministerium kann aber keine Zustimmung verweigern". Das einzige Eingriffsrecht der Politik besteht demnach über die "Universaldienstverordnung" des Infrastrukturministeriums. (APA)

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