Steuerehrlichkeit über alles

19. August 2001, 18:40
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Sicherungssteuer bringt Mehraufwand für Banken und "nervt" viele

Wien - Zu Jahresbeginn hat Finanzminister Karl-Heinz Grasser die so genannte Sicherungssteuer eingeführt. Um sie zu vermeiden, muss der Anleger dem Finanzamt den Besitz ausländischer Fonds melden.

Meldet der Steuerzahler sein ausländisches Investment nicht, muss er 2,5 Prozent der gesamten im Fonds angesparten Summe dem Finanzamt abliefern.

Vorauszahlung auf die Einkommenssteuer

Was bedeutet: Wer steuerehrlich ist, zahlt nicht; der andere schon. Experten bezeichnen die Sicherungssteuer daher als Vorauszahlung auf die Einkommensteuer. Die Sparkassen haben gegen diese neue Steuer bereits geklagt. Der Grund: Eine Abführung dieser Steuer sei den Banken wegen des Aufwandes nicht zumutbar. Der Verfassungsgerichtshof aber hat die Klage zurückgewiesen. Fix ist: "Die Sicherungssteuer nervt uns alle schrecklich", sagt Georg Klein, der die ausländischen Investmentgesellschaften in Österreich vertritt. Im Übrigen glauben Experten, dass die Steuer dem Finanzminister anstatt den ursprünglich erwarteten 900 Mio. S höchstens ein Drittel bringen werde.

Aus London kommen schlechte Nachrichten für Österreichs Anleger in Investmentfonds: In einer Studie untersucht der Fondsspezialist Fitzrovia, wie viel Österreichs Anleger mit ihren Investmentfonds verdienen. Dabei kommen die Briten zu dem Schluss: Die Österreicher könnten mehr Spesen zahlen, als sie glauben.

Denn ein Investor sei überzeugt, dass mit einem einmaligen Abschlag für das Management alle Kosten abgedeckt seien. Häufig stelle sich aber heraus, dass diese einmalige Gebühr nur ein Viertel der gesamten Jahreskosten für einen Fonds ausmachen kann, heißt es in der Studie. Also sei es wichtig, "alle Kosten transparent und verständlich zu machen". (este, DER STANDARD, Printausgabe 20.8.2001)

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