Großoffensive gegen Rebellen

19. August 2001, 20:22
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Kolumbiens Regierung erlässt Kriegsrecht in Konfliktregionen

Bogotá/Montevideo - Gestärkt durch die Militärhilfe der USA, hat die kolumbianische Armee eine Großoffensive gegen die linksgerichteten Guerillagruppen begonnen. Der Oberbefehlshaber der Streitkräfte, Fernando Tapias, sagte, dass mindestens 50 Rebellen der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (Farc) dabei ums Leben gekommen seien. Die Farc sind mit rund 17.000 Mann die größte Rebellenorganisation Kolumbiens. Sie verhandeln seit Jahren ergebnislos mit der Regierung von Präsident Pastrana über ein Friedensabkommen.

Wenige Tage vor der Offensive trat ein Gesetz in Kraft, das dem Präsidenten erlaubt, über einzelne Konfliktregionen das Kriegsrecht zu verhängen und die zivilen Behörden den Sicherheitskräften unterzuordnen. Diese dürfen damit Menschen auch ohne richterlichen Befehl festnehmen, Leichen beseitigen oder Beweise aufnehmen. Gleichzeitig wird die Frist für Ermittlungen gegen Soldaten wegen Menschenrechtsverletzungen verkürzt.

Rund 4000 Soldaten sind in die Kämpfe im Südosten des Landes verwickelt - eine unzugängliche Dschungel- und Bergregion, in der Koka und Mohn angebaut und verarbeitet werden. Dort hätten Aufklärungsflugzeuge eine Truppenkonzentration von tausend Rebellen entdeckt. Die Rebellen hätten eine auf Drogenbekämpfung spezialisierte Militärbasis in der Region angreifen wollen. Bei der Offensive sei die Gefährtin des Guerillakommandanten German Briceno gefangen worden. (DerStandard,Print-Ausgabe,20.8.2001)

Standard-Korrespondentin Sandra Weiss
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