Fujitsu streicht 16.400 Stellen

20. August 2001, 18:55
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Japanischer Siemens-Partner konzentriert sich auf Software und Dienstleistungen

Tokio - Der japanische Siemens-Partner Fujitsu will weltweit 16.400 Arbeitsplätze streichen und sich künftig auf Software sowie Dienstleistungen konzentrieren. Der Abbau von neun Prozent der gruppenweit 180.000 Stellen trifft hauptsächlich Arbeitsplätze im Ausland, während in Japan bis März nur 5000 Stellen wegfallen sollen.

Im Rahmen eines Restrukturierungsplans will der Computer- und Elektronikkonzern jährlich rund 100 Milliarden Yen (906 Millionen EURO/12,47 Mrd. S) an Kosten einsparen. Auf diese Weise will Fujitsu bis zum Ende des Geschäftsjahres 2003/2004 (31. März) einen Betriebsgewinn von 400 Milliarden Yen erreichen.

Milliardenverlust

Das Unternehmen hatte kürzlich für das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahres einen operativen Verlust von 42,3 Mrd. Yen ausgewiesen. Angesichts hoher Umstrukturierungskosten sowie des weltweit schwachen Marktes für Speicherchips rechnet Fujitsu für das Gesamtjahr mit einem Gruppenverlust von 220 Mrd. Yen.

Nach der Ankündigung des Restrukturierungsplans stieg die Aktie um 2,8 Prozent auf 1245 Yen. Es ist einer der umfangreichsten Stellenabbaupläne in einem Land, in dem viele Beschäftigte noch immer an dem Prinzip der lebenslangen Beschäftigung hängen.

Branche kriselt

Andere Unternehmen könnten nach Einschätzung von Experten angesichts des weltweiten Absatzrückgangs bei Computern und Mobiltelefonen gezwungen sein, dem Beispiel Fujitsus zu folgen. Konkurrent NEC, die Nummer drei der Chiphersteller, hatte bereits Ende des vergangenen Monats einen Abbau von 4000 Stellen im Halbleiterbereich angekündigt und will sich innerhalb von drei Jahren aus der Speicherchip-Produktion zurückziehen. NEC will an diesem Dienstag eine Zusammenarbeit mit der Matsushita-Gruppe bei internetfähigen Mobiltelefonen der dritten Generation bekannt geben.

Der Computer- und Elektro- nikkonzern Fujitsu will sich künftig verstärkt auf Software und Dienstleistungen konzentrieren. Der Softwarebereich soll bis Ende des Geschäftsjahres 2003/2004 69 Prozent zum Betriebsgewinn beisteuern. Zugleich will sich Fujitsu aus dem Hardwarebereich zurückziehen. (APA/dpa/DER STANDARD, Printausgabe 21.8.2001)

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