Mölzer kritisiert Haiders "Eventpolitik"

19. August 2001, 17:22
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Scheidender Kulturberater: Haider befriedige das "Unterhaltungsbedürfnis im Massenverband der postmodernen Spaßgesellschaft"

Wien - Kritik an der "Eventpolitik" des Kärntner Landeshauptmannes Jörg Haider übt nun dessen Kulturberater Andreas Mölzer, dessen Vertrag mit Jahresende ausläuft. In der morgen, Montag, erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins "Format" sagt Mölzer: "Das, was mit dem neudeutschen Dummie-Wort 'Event' umschrieben wird, ist ein Phänomen, das ja zwischen Kultur, Sport und Tourismus anzusiedeln ist und meines Erachtens das Unterhaltungsbedürfnis im Massenverband der postmodernen Spaßgesellschaft befriedigt."

Die Freiheitlichen hätten, so Mölzer weiter, lange Jahre gegen "die Seitenblickegesellschaft gewettert". Jetzt werde "bei diesen Events im Massenverband Hedonismus gepflogen. Die Seitenblickegesellschaft feiere natürlich bei diesen Events ihre Triumphe." Auf der anderen Seite sei es "aber unstrittig, dass diese Veranstaltungen für Kärnten und für den Wörthersee gewaltige touristische und wirtschaftliche Impulse bringen", räumt Mölzer ein.

Vergangene Woche hatte Haider bekannt gegeben, er werde den Vertrag mit Mölzer als Kulturberater nicht verlängern. Der Grund: Mölzer hatte Haiders sommerliche Auftritte in Kärnten als "Brot und Spiele-Politik" und als "gigantischen Freizeitzirkus" bezeichnet. (APA)

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