Mindestens 36 Tote bei Grubenunglück in der Ukraine

20. August 2001, 13:51
posten

Suche nach Überlebenden eingestellt - Präsident Kutschma reist nach Donezk

Donezk/Ukraine - Einen Tag nach dem verheerenden Grubenunglück im ukrainischen Donezk-Becken haben die Rettungskräfte am Montag die Suche nach Überlebenden eingestellt. Nach amtlichen Angaben kamen mindestens 36 Kumpel bei der Methangas-Explosion in einem Schacht 1.300 Meter unter der Erde um Leben.

In der Nacht auf Montag kämpften sich mehr als 1.000 Helfer gegen Flammen und Rauch zur Explosionsstelle vor. Überlebende fanden sie keine. Unter schwersten Bedingungen bargen sie 17 Leichen.

Bis dahin waren ein Dutzend weitere tote Kumpel aus der Tiefe geholt worden. Widersprüchliche Angaben verschiedener Rettungstrupps machten es am Montag schwer, das genaue Ausmaß der Katastrophe abzusehen.

250 Arbeiter unter Tage

Sowohl der Gewerkschaftschef der Zeche Sasjadko, Juri Sajaz, als auch das Katastrophenschutzministerium in Kiew sprachen von 36 Todesopfern. 39 Kumpel lagen zum Teil mit schweren Verbrennungen im Krankenhaus. Zum Zeitpunkt des Unglücks waren 250 Arbeiter unter Tage.

Überlebende berichteten von drei schnell aufeinander folgenden Explosionen, die Behörden sprachen von einer großen Explosion. Es war das schwerste Grubenunglück in der Ukraine in diesem Jahr. Präsident Leonid Kutschma reiste am Montag nach Donezk, um sich über die Lage und den Stand der Ermittlungen zu informieren.

Methan ist ein geruchloses Gas, das sich bei Arbeiten unter Tage bei schlechter Belüftung am Boden oder in Schächten ansammelt. In Verbindung mit Luft bildet sich ein hochexplosives Gemisch. (APA)

Share if you care.