Trainereffekt in Wien läßt auf sich warten

19. August 2001, 12:52
1 Posting

Rapids Persidis kann nicht zaubern, Austrias Hörmann kann dafür mit einem Punkt leben

Wien - Das Sprichwort, wonach die neuen Besen besser als die alten kehren sollen, erfuhr am Samstag in der achten Runde der max.Bundesliga keine Bestätigung, der erhoffte Trainereffekt bei den Wiener Fußball-Klubs blieb aus. Während die Austria mit den Neo-Coaches Walter Hörmann und Toni Pfeffer bei Aufsteiger Kärnten mit einem torlosen Remis immerhin einen Punktgewinn landete, präsentierte sich Rapid bei der 0:2-Heimniederlage gegen Meister Tirol, dem Debüt von Dokupil-Nachfolger Peter Persidis, mit altbekannten Schwächen im Spielaufbau und in Folge dessen harmlos in der Offensive. "Wenn ich zaubern könnte, wär's nicht schlecht", meinte der 54-Jährige.

Dritte Rapid-Niederlage in Folge

"Tirol war uns in jeder Sekunde überlegen. Sie haben uns gezeigt, wie man bei solchen Temperaturen auftreten muss - Ball und Gegner laufen lassen", erklärte Persidis nach der dritten Meisterschafts-Niederlage für Rapid in Folge. Obwohl seine Mannschaft keine echte zwingende Torchance vorfand, sah der ehemalige Griechenland-Legionär dennoch positive Ansätze. "Wir haben nicht schlecht begonnen, sind dann aber müde geworden und haben dadurch Fehler gemacht. Aber wir werden weiter hart arbeiten und ich bin für die nächsten Partien zuversichtlich, dass wir aus unseren Fehlern lernen werden."

Gilewicz hat noch nie gegen eine so schwache Rapid gespielt

Die Tiroler, die es sich sogar leisten konnten, zu Beginn ihr bewährtes Offensiv-Dreieck Kirchler - Jezek - Gilewicz im Hinblick auf das Champions League-Spiel am Mittwoch gegen Lok Moskau zu schonen, kamen ohne größere Probleme zu drei Punkten. Da blieben mitten im Erfolgsbad auch ein paar Tropfen Mitleid für die Hütteldorfer. "Wir waren vor drei Jahren in der gleichen Situation wie Rapid jetzt. Ich hoffe für den österreichischen Fußball, dass sie wieder an alte Stärke anschließen können. So schlechte Fußballer, wie es im Moment aussieht, haben sie nicht", machte Tirol-Kapitän und ÖFB-Teamlibero Michael Baur dem Rekordmeister Mut. Goalgetter Radoslav Gilewicz, der erst rund 25 Minuten vor Schluss eingewechselt worden war, fand da schon andere Formulierungen. "Gegen eine so schwache Rapid habe ich noch nie gespielt."

Hörmann sieht Schwächen in Austrias Offensive

Vor Rapid türmen sich derzeit beim Durchschreiten der Talsohle große Hindernisse auf, doch auch der Aufwärtstrend beim violetten Erzrivalen erlitt einen Dämpfer. Nach den beiden Siegen in den letzten Partien unter Arie Haan endete die Premiere des Trainergespanns Hörmann - Pfeffer in Kärnten mit einer Nullnummer. "Mit dem Punkt kann ich leben, in der Offensive müssen wir aber noch besser werden", sagte Hörmann, der in der Anfangsformation mit Datoru nur einen echten Stürmer aufgeboten hatte. Ins gleiche Horn stieß auch Partner Pfeffer. "Mit dem Resultat bin ich nicht unzufrieden, auch wenn wir drei Punkte machen wollten." Kärnten-Trainer Walter Schachner trat nach dem Vorstoß auf Tabellen-Rang vier auf die Euphorie-Bremse. "Wir haben jetzt elf Punkte, uns fehlen noch 29 zum Klassenerhalt." (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Rapid-Trainer Peter Persidis sah Schwächen im Spielaufbau und in der Offensive.

Share if you care.