Palästinenser lehnen Treffen mit Peres ab

19. August 2001, 13:13
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Zuerst müsse Israel das Orient-Haus in Jerusalem räumen

Tel Aviv/Nablus/Rafah - Die Palästinenser haben den Bemühungen des israelischen Außenministers Shimon Peres um die Umsetzung der im Juni geschlossenen Waffenruhe am Sonntag zunächst eine Absage erteilt. Parlamentspräsident Ahmed Kurei sagte der in Ost-Jerusalem erscheinenden Tageszeitung "Al Quds", man werde erst dann mit Peres sprechen, wenn Israel das am 10. August besetzte Orient-Haus in Ost-Jerusalem räume. Israel hatte das Gebäude, das Jahre lang als Zentrale für die Palästinensische Befreiungsorganisation PLO diente, wenige Stunden nach einem Selbstmordanschlag besetzt, bei dem in Jerusalem 15 Gäste einer Pizzeria getötet wurden.

Peres hatte am Samstag angekündigt, dass er "in naher Zukunft" mit Palästinenser-Präsident Yasser Arafat zusammentreffen werde, um mit ihm über die Umsetzung der Waffenruhe zwischen beiden Seiten zu sprechen. Peres sagte im Zweiten Israelischen Fernsehen, Israel brauche jetzt eine diplomatische Initiative. Ministerpräsident Ariel Sharon hat sich bisher strikt gegen Gespräche mit Arafat ausgesprochen. Peres sagte im Fernsehen, es gebe zurzeit Kontakte mit den Palästinensern auf verschiedenen politischen Ebenen.

Erneut zwei Palästinenser erschossen

Israelische Soldaten haben palästinensischen Angaben zufolge am Sonntag in den Selbstverwaltungsgebieten erneut zwei Palästinenser getötet und sechs weitere verletzt. Südlich von Nablus im Westjordanland hätten israelische Soldaten einen 38-jährigen Palästinenser erschossen und drei weitere verletzt, teilten palästinensische Krankenhäuser mit. Die Soldaten eröffneten das Feuer auf die Palästinenser, als diese versuchten, eine Straßensperre zu umfahren. Bei einer Schießerei in Rafah im Gaza-Streifen starb ein 13-jähriger Palästinenser.

Bei dem Zusammenstoß in Refah eröffneten die israelischen Soldaten nach Palästinenser-Angaben das Feuer auf eine Gruppe Jugendlicher, die mit Steinen warfen, als israelische Panzer in palästinensisch kontrolliertes Gebiet heranrückten. Zuvor hatten bewaffnete Palästinenser die Israelis beschossen.

Am Morgen war bei Rafah der seit sechs Tagen gesperrte Grenzübergang zu Ägypten wieder geöffnet worden. Bei Salfit im nördlichen Westjordanland erlitt ein weiterer Palästinenser einen Kopfschuss. In dem Bereich war es an einem israelischen Stützpunkt zu einem Feuergefecht gekommen. Drei weitere Palästinenser wurden dabei verletzt. (APA/dpa)

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