Israelische Kommandos machen Jagd auf vermutete Terroristen

18. August 2001, 19:45
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Elitesoldaten wollten Fatah-Aktivisten töten

Gaza/Jerusalem - Verdeckt operierende israelische Elitesoldaten haben am Samstag vergebens versucht, einen palästinensischen Aktivisten der Fatah-Bewegung zu liquidieren. Wie Radio Israel unter Berufung auf palästinensische Angaben meldete, schossen vermummte Soldaten in einem Dorf bei Jenin im Westjordanland auf den 26-jährigen Ahmed M. B., verletzten ihn aber nur mittelschwer an der Schulter. Israelische Kommandos machen seit geraumer Zeit gezielt Jagd auf vermutete Terroristen, um sie zu töten.

Auf einem Müllplatz bei Bethlehem wurde die Leiche eines 31-jährigen Mannes gefunden. Nach palästinensischen Angaben war der Mann am Freitag entführt und mit drei Schüssen in den Kopf getötet worden, weil er als Kollaborateur der Israelis verdächtigt wurde. Schon mehrfach sind Kollaborateure von ihren Landsleuten umgebracht, zumindest zusammengeschlagen oder von Sondergerichten im Schnellverfahren zum Tode verurteilt und hingerichtet worden.

In der Nacht zum Samstag sind israelische Truppen erneut auf palästinensisches Territorium vorgerückt und haben dabei einen Palästinenser getötet und zehn weitere verletzt. Der Zwischenfall ereignete sich im südlichen Gaza-Streifen in der von Palästinensern kontrollierten Stadt Khan Yunis.

Nach israelischen Angaben gab es einen Zusammenstoß zwischen den Soldaten und einer Gruppe bewaffneter Palästinenser. Letztere hätten sich der israelischen Siedlung Ganei Tal genähert. Daraufhin seien die Israelis in Khan Yunis einmarschiert und hätten ein Haus zerstört. Der 29-jährige Abdo Abu Amra wurde durch Granatsplitter tödlich getroffen. Am Samstag feuerten Palästinenser drei Mörsergranaten auf israelische Ziele. Es wurde dabei niemand verletzt. (APA/dpa)

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