Israel will "legitime Selbstverteidigungspolitik" fortsetzen

18. August 2001, 18:18
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Sharon - Berater: Werden weiter in Palästinensergebiet vordringen

Jerusalem/Gaza/Kairo - Israel will seine "legitime Selbstverteidigungspolitik" fortsetzen und weiter in autonomes Palästinensergebiet vordringen. Dies sagte der diplomatische Berater des israelischen Ministerpräsidenten Ariel Sharon, Avi Pazner, am Samstag in Jerusalem. "Wir werden die Terroristen dort abfangen, wo sie sich aufhalten", fügte Pazner hinzu. In der Nacht zum Samstag war die israelische Armee bei Khan Yunis in den Süden des Gaza-Streifens eingedrungen und hatte einen Palästinenser getötet sowie zehn weitere verletzt.

Nach Angaben eines palästinensischen Sicherheitsbeamten war der getötete Mann Mitglied der Fatah-Bewegung von Palästinenser-Präsident Yasser Arafat und ehemaliges Geheimdienstmitglied. Bei seiner Beerdigung in Khan Yunis protestierten etwa 4.000 Palästinenser gegen die israelische Besetzung.

Sharon lobte Anti-Terror-Kampagne

Sharon lobte unterdessen in Jerusalem die so genannte Anti-Terror-Kampagne der israelischen Sicherheitskräfte. Am Freitag hatte der Inlandsgeheimdienst zwei Palästinenser der Fundamentalistenorganisation Islamischer Jihad im Norden des Westjordanlandes festgenommen, die eine zehn Kilo schwere mit Nägeln gespickte Bombe bei sich hatten. Sie wollten die Bombe ursprünglich in der Küstenstadt Haifa zünden, wurden aber aus noch ungeklärten Gründen daran gehindert.

Ägypten gegen die Entsendung internationaler Beobachter

Die ägyptische Regierung ist nach Aussage des Nationalen Sicherheitsberaters von Präsident Hosni Mubarak, Osama el Bas, gegen die Entsendung internationaler Beobachter in den Gazastreifen und das Westjordanland. Nur Vereinbarungen zwischen Israelis und Palästinensern könnten eine wirkliche Veränderung bringen, sagte Bas am Freitag nach einem Gespräch mit US-Außenminister Colin Powell in Washington. Die USA haben bereits angekündigt, einen entsprechenden Antrag arabischer Staaten in der kommenden Woche im UNO-Sicherheitsrat zu verhindern.

Vor dem von Israelis besetzten Orient-Haus in Ost-Jerusalem, der Vertretung der Palästinenser in Jerusalem, versammelten sich am Samstag 20 französische Demonstranten unter der Führung von Bischof Jacques Gaillot. Sie forderten das Ende der Besetzung des Gebäudekomplexes, der für die Palästinenser mit ihrer Forderung nach einem eigenen Staat symbolische Bedeutung hat. (APA/AP)

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