Streit um Wiedereröffnung des Montblanc- Tunnels

18. August 2001, 17:33
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Bürgerbefragung soll trotz gerichtlicher Untersagung stattfinden

Paris/Chamonix - Mehr als zwei Jahre nach der Katastrophe im Montblanc-Tunnel mit 39 Toten ist der Streit über die Bedingungen der Wiedereröffnung dieser wichtigen Zwei-Länder-Alpenverbindung neu entbrannt. Trotz einer gerichtlichen Untersagung wollen die drei auf der französischen Seite liegenden Gemeinden Chamonix, Houches und Servoz am Sonntag eine Bürgerbefragung zu den ökologischen, gesundheitlichen und die Sicherheit betreffenden Auswirkungen der geplanten Wiederaufnahme des Schwerlastwagen-Verkehrs durchziehen.

Politiker der Rechten wie der Linken äußerten sich am Samstag skeptisch zum Sinn und Zweck der Befragung, an der sich die knapp 10.000 Wahlberechtigten der betreffenden Kommunen beteiligen sollen. Der französische Verkehrsminister Jean-Claude Gayssot kündigte in Paris an, dass er für 1. Oktober in Lyon einen runden Tisch mit den Kontrahenten aus den umliegenden Regionen des Montblancs einberufen wolle, um die strittigen Fragen der Wiedereröffnung zu klären.

Wiedereröffnung

Vorausgehen sollen dazu am 18. September ebenfalls in Lyon abstimmende Gespräche, zu denen Vertreter aus den wirtschaftlichen und sozialen Bereichen sowie Umweltschutzbewegungen der beiden Savoyen-Departements eingeladen würden. Diese Zusammenkünfte sollen die Ausgangsposition klären, mit der dann in die Konsultationen mit der italienischen Seite eingestiegen werde, erklärte der Minister.

Die Brandkatastrophe am 24. März 1999 im Montblanc-Tunnel wurde nach einem Untersuchungsbericht durch einen achtlos aus dem Autofenster geworfenen glühenden Zigarettenstummel ausgelöst. Seit dem Unglück ist der rund elf Kilometer lange Straßentunnel zwischen Frankreich und Italien gesperrt. Der Termin für die Wiedereröffnung war wegen der umfangreichen Reparaturen bereits mehrfach verschoben worden. Von der französischen Betreibergesellschaft hieß es zuletzt, technisch gesehen sei eine Wiedereröffnung Anfang November möglich. (APA/dpa)

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