USA: Apotheker verdünnte aus Geldgier Krebsmittel

18. August 2001, 17:23
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Möglicherweise Hunderte Patienten betroffen

Washington - Ein wohlhabender Apotheker hat in den USA aus Geldgier über Monate hinweg die lebenswichtigen Krebsmedikamente von Patienten verdünnt. Möglicherweise seien Hunderte Patienten, die auf die Arzneimittel angewiesen waren, von dem Betrug betroffen, berichtete der Fernsehsender ABC am Samstag. Nach Angaben der Ermittler hat der 48-jährige Robert Courtney in Kansas City im US-Bundesstaat Missouri die Tat zugegeben.

Der Apotheker hatte den Ärzten einen in den USA unüblichen Service angeboten: Er lieferte ihnen populäre Krebsmittel wie Taxol bereits fertig gemischt in Infusionsflaschen, die dann den Patienten nur noch angehängt werden mussten. Von diesem Service machten mindestens zehn Ärzte Gebrauch.

Vermögen

Nach Erkenntnissen der Polizei verdünnte der Apotheker, dessen Vermögen auf zehn Millionen Dollar (10,94 Mill. Euro/151 Mill. S) geschätzt wird, die Krebsmittel teilweise um die Hälfte, teilweise jedoch noch deutlich mehr. In einigen Fällen soll nur ein Prozent des Krebsmittels in den Infusionen gewesen sein. Damit konnte er Hunderte von Dollar sparen.

Die Bundeskriminalbehörde FBI erklärte, sollte Courtney die Krebsmittel wirklich wissentlich verdünnt haben und ein Patient an den Folgen gestorben sein, drohe ihm eine Anklage wegen Mordes. Der Sohn eines verstorbenen Patienten hat bereits Klage eingereicht. (APA/dpa)

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