"Werden über starke Atomenergie froh sein"

18. August 2001, 15:40
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Temelin-Direktor Hezoucky verteidigt sein AKW als Stabilitäts-Faktor

Prag - Der Direktor des südböhmischen Atomkraftwerkes Temelin, Frantisek Hezoucky. betrachtet sein AKW als notwendig für die Stabilität des Energiemarktes in Tschechien, obwohl das Land zur Zeit Überschüsse an Strom-Produktion aufweise. Hezoucky erklärte das in einem Interview mit der tschechischen Tageszeitung "Pravo" (Samstag-Ausgabe).

"Schon in fünf Jahren werden wir sehr froh sein, dass wir eine starke Atomenergie-Industrie haben, die die Stabilität unseres Strommarktes sichern kann. Erinnern Sie sich an die Erdöl-Krise, die Frankreich im Grunde genommen problemlos überwunden hat, weil es seinen Verbrauch zu 70 Prozent aus der Atomenergie deckte", betonte der Temelin-Chef.

"Werden den Strom brauchen"

Hezoucky argumentierte weiters, in Österreich liege der Pro-Kopf-Verbrauch an Strom um 27 Prozent höher als in Tschechien. "Falls unsere Bürger denselben Wohlstand wie die Österreicher haben wollen, was man voraussetzen kann, dann ist es klar, dass wir den Strom brauchen werden", so der Direktor.

In der Atomenergie-Industrie arbeite er sein ganzes bisheriges Leben und zur Zeit nehme er in Temelin seinen schon achten Atomenergie-Block in Betrieb. "Ich hoffe, dass ich auch den neunten erlebe", so Hezoucky in Anspielung an den zweiten Block in Temelin, der im nächsten Jahr in den Probelauf gehen sollte. "Für unsere Republik gibt es unter den gegebenen geographischen Bedingungen keinen anderen Weg", betonte Hezoucky. (APA)

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    Temelin-Direktor Hezoucky

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