DOS und montenegrinische Opposition über Staatsumbildung einig

18. August 2001, 14:59
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Vorschlag der Arbeitsgruppe geht nun an jugoslawische und serbische Regierung

Belgrad/Podgorica - Das serbische Regierungsbündnis DOS und die montenegrinische Oppositionskoalition "Gemeinsam für Jugoslawien" haben sich am Samstag bei einem Treffen in der Adria-Küstenstadt Budva über einen gemeinsamen Vorschlag zur Umbildung Jugoslawiens in eine "funktionierende Föderation" geeinigt. Die Arbeitsgruppe der beiden Bündnisse hat auch den Wortlaut des gemeinsamen Vorschlages redigiert.

Belgrader Medienberichten zufolge wird der Vorschlag nun der jugoslawischen und der serbischen Regierung zur Annahme unterbreitet. Ein Mitglied der Arbeitsgruppe, der Spitzenfunktionär des montenegrinischen Oppositionsbündnisses, Dragan Soc, erklärte gegenüber der Presseagentur SRNA, dass es nun darum gehe, diesen Vorschlag "politisch bekanntzumachen und an alle wichtigen Adressen in Jugoslawien und im Ausland zu versenden".

Potenzieller Ausweg aus der Krise

Sollte der Vorschlag von der in Montenegro regierenden Demokratischen Partei der Sozialisten (von Präsident Milo Djukanovic) akzeptiert werden, würde dies den Ausweg aus der derzeitgen Staatskrise bedeuten, meinte Soc.

Die montenegrinische Regierungskoalition setzt sich für die Umwandlung Jugoslawiens in eine Union von zwei international anerkannten Staaten ein. Dieser Vorschlag ist bisher nicht auf Unterstützung der DOS-Parteien gestoßen.

Der Samstag in Budva angenommene gemeinsame Vorschlag von DOS und der montenegrinischen Opposition soll auf jeden Fall als Grundlage für Verhandlungen mit den montenegrinischen Regierungsparteien dienen.

Der montenegrinische Präsident Milo Djukanovic wird sich am kommenden Montag zum ersten Mal seit vier Jahren mit Oppositionsführer Predrag Bulatovic treffen, wobei ein Versuch unternommen werden soll, die tiefe politische Spaltung in Montenegro zu überwinden. (APA)

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