Erdähnliche Planeten im neu entdeckten Sonnensystem gesucht

21. August 2001, 13:49
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Zwei Methoden mit Teleskopen sollen zum Ziel führen

Berlin - Jene US-Forscher, die im Sternbild Großer Wagen ein unserem Sonnensystem ähnliches Planetensystem entdeckt haben, erforschen nun, ob der Zentralstern 47 Ursae Majoris von einer Art zweiter Erde umkreist wird. Nachdem Astronomen der Universität in Berkley/Kalifornien einen zweiten großen Planeten entdeckt hatten, der den 45 Lichtjahre von uns entfernten Ursae Majoris umkreist, gilt das System als das unserem Sonnesystem ähnlichste Planetensystem. In ihm könnte es kleinere PLaneten geben, auf denen es flüssiges Wasser und somit die Möglichkeit auf Leben gibt.

Für diese Annahme spricht, dass sich die beiden Gas-Giganten auf einer fast kreisförmigen Umlaufbahn weit entfernt vom Zentralstern befinden. Die Forscher vermuten, dass sich näher am Gestirn noch kleinere Planeten auf einer kreisförmigen Umlaufbahn befinden. Himmelskörper, die ihre Sonne auf einer elliptisch Bahn umkreisen, nähern sich ihrem Stern stark an, um sich dann weit von ihm zu entfernen. Das führt zu starken Temperaturschwankungen, die eine Entwicklung von Leben unmöglich machen.

Zwei Methoden

Um zu erforschen, ob um Ursae Majoris auch kleinere, erdähnliche Planeten kreisen, sollen zwei verschiedene Untersuchungsmethoden angewandt werden, wie der Astronom Paul Butler von der Forschergruppe der University of Califonria in Berkley darlegt.

Zum einen soll ein im Weltraum stationiertes Teleskop permanent Aufnahmen von Sternen wie Ursae Majoris machen. Sollte ein kleinerer Planet den Zentralstern umkreisen, stünde er von der Erde aus gesehen irgendwann vor dem Zentralstern und würde dessen Helligkeit mindern. Die Astronomen hoffen, mittels eines solchen Schattens einen kleinen Planeten aufspüren zu können.

Licht ausblenden

Zum anderen könnte mit einem multiplen Weltraum-Teleskop versucht werden, das Licht des Zentralsterns auszublenden, um so die schwächer leuchtenden Planeten sichtbar zu machen. Die Forscher planen, einen mit einem riesigen Teleskop bestückten "Planet Finder" zu konstruieren und 2010 mit Hilfe der NASA in den Weltraum zu schießen. Mit Hilfe eines Spektrometers soll dieses fussballfeldgroße Weltraum-Teleskop mit vier großen Spiegeln das Licht von weit entfernten Planeten auf die chemische Zusammensetzung ihrer Atmosphäre untersuchen. Diese Daten könnten Rückschlüsse darauf erlauben, ob der Planet Leben beherbergt.

Bisher ist es den Astronomen nur möglich, Sterne zu sehen. Planeten werden aufgespürt, indem die geringfügige Bewegung der Sterne, die Wobbles, in Richtung der Gravitation ihrer Planeten gemessen werden. Jedoch können zur Zeit nur Wobbles gemessen werden, die von sehr großen Planeten verursacht werden. (APA/Reuters)

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