Schweiz: Ältestes Zeugnis jüdischen Glaubens entdeckt

18. August 2001, 13:15
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Aus dem 2. oder 3. Jahrhundert nach Christus

Kaiseraugst - In Kaiseraugst (Kanton Aargau) ist das bis jetzt älteste Zeugnis jüdischen Glaubens in der Schweiz entdeckt worden. Bei Notgrabungen auf dem Areal der Römerstadt Augusta Raurica wurde ein Fingerring aus dem 2. oder 3. Jahrhundert nach Christus zu Tage gefördert.

Wie die Aargauer Kantonsarchäologie am Freitag mitteilte, ist auf dem bronzenen Ring die Menora, der siebenarmige Leuchter auf dreibeinigem Ständer, dargestellt. Sie sei Symbol der Hoffnung auf einen neuen Tempel, nachdem die Römer um das Jahr 70 den jüdischen Tempel in Jerusalem zerstört hätten. Die Kantonsarchäologie vermutet, dass zwei weitere Darstellungen auf dem Ring auf das Laubhüttenfest und das jüdische Neujahrsfest hinweisen. Gleiche Symbole seien auf der römischen Synagoge in Ostia zu finden.

Entdeckt wurde der Fingerring in einem Gebäude, das laut Kantonsarchäologie zu einer reihenhausartigen Überbauung an der Hauptstraße der Unterstadt von Augusta Raurica gehörte. Eine in einem der Häuser freigelegte Latrinengrube lässt auf einen gewissen Wohlstand schließen. Gefunden wurden darin nämlich nicht Obstkerne und Fischgräten, sondern auch eine feine Halskette aus Gold-Draht und Glasperlen sowie ein silberner Fingerring. (APA/sda)

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