Ekstasen, Exzesse, Drogen

20. August 2001, 19:33
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Alison Maclean schuf mit "Jesus'Son" ein exzentrisches Roadmovie

Im Amerika der 70er Jahre: Junge Leute in psychedelischen Träumen und in der Sehnsucht nach Freiheit und Menschlichkeit verfangen. – Wie zb: Fuckhead, kurz genannt FH (Billy Crudup). Sein Leben besteht aus Drogen und Diebstahl. Wo er auftaucht, entstehen Probleme. Seine drogenreiche Reise durch die USA beginnt im Mittleren Westen. Unterwegs lernt er Michelle (Samantha Morton) kennen. Als sie schwanger wird, entschließt sich FH, sich niederzulassen. Doch das Leben bleibt weiter kompliziert. Wie durch ein Wunder findet FH jedoch einen Weg aus der scheinbar endlosen Spirale.

"Jesus' Son" (USA 1999) ist der zweite Kinofilm der neuseeländischen Regisseurin Alison Maclean, die mit der TV-Serie "Sex and the City" bekannt wurde. Der Film beruht auf den gleichnamigen berühmten Kurzgeschichten von Denis Johnson.

Bereits 1992, als die Geschichten-Sammlung "Jesus' Sohn in Amerika erschien und von der Literaturkritik gefeiert wurden, las Alison Maclean die Stories zum ersten Mal. Beeindruckt von der Art, wie Johnson in kaputten Losern Würde und Anmut findet, nahm sie Kontakt zu dem Autor auf, um ihm ihre Bewunderung mitzuteilen. "Ich schätze, ich interessiere mich für Wandlungen und Ereignisse oder Umstände, die Veränderungen mit sich bringen und einen erneuern. Ich hab das Buch gelesen und fand es sofort großartig. Seine Geschichten überraschen und sie sind ziemlich komisch."

Es entstand der Plan, Johnsons Roman "The Stars at Noon" zu verfilmen. Das Projekt scheiterte jedoch aus Zeit- und Geldmangel.

Jahre später wollte eine Produktionsgesellschaft aus Philadelphia sie für die Verfilmung von "Jesus' Son" gewinnen. Elizabeth Cuthrell und David Urrutia von Evenstar Films hatten eine Option auf die Geschichten von Johnson und holten Alison Maclean aufgrund ihrer Filmarbeit Crush (1992). Und "Jesus' Son" wurde innerhalb von nur sechs Wochen in Philadelphia gedreht. Dabei kamen Alison Macleans‘ Fernseh-Erfahrungen zugute. Von daher war sie es gewohnt, unter großem Zeitdruck produktiv zu sein.

Alison Maclean schuf ein exzentrisches Roadmovie, mit einer großen Portion Realismus und Wahn. Die Gastauftritte von Stars wie Dennis Hopper, Holly Hunter oder Will Paton sollte mensch nicht versäumen.

Alison Maclean:

Geboren 1958 in Ottawa. Studierte Bildhauerei an der Universität von Auckland. 1982 dreht sie ihren ersten Kurzfilm Taunt. Ihr Spielfilmdebüt Crush (1992) wurde beim Festival in Cannes uraufgeführt. Später arbeitete sie für das Fernsehen und drehte Episoden der Serien Seven Deadly Sins in Australien sowie Sex in the City und Homicide in den USA. Daneben entstanden Musikvideos, u. a. für Natalie Imbruglia und Kurzfilme: Rud's Wife (1985), Kitchen Sink (1989), The Honey Getter (1997, Episode des Films Subway Stories). (red)

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