Djindjic von "ungewöhnlicher" Kostunica-Entscheidung "überrascht"

17. August 2001, 22:11
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Vizepremier Korac sprach von "sehr ernster und schwerwiegender" Entscheidung

Belgrad - Der serbische Ministerpräsident Zoran Djindjic ist nach eigener Aussage vom Rückzug der Kostunica-Partei aus der serbischen Regierung "überrascht" worden. Diese "ungewöhnliche" Entscheidung komme gerade in dem Augenblick, in dem die Regierung beschlossen habe, sich ernsthaft sich mit der Bekämpfung der organisierten Kriminalität zu befassen, sagte Djindjic dem Belgrader Sender B-92 Freitag Abend.

Zuvor hatte die vom jugoslawischen Präsidenten Vojislav Kostunica geführte Demokratische Partei Serbiens (DSS) den Austritt aus der Regierung Serbiens bekannt gegeben und dies mit der Passivität bei der Bekämpfung der organisierten Kriminalität begründet. Es sei jetzt an der Zeit, offen zu sagen, in welche Richtung sich Serbien bewege und wer die notwendigen Reformen beschleunige und wer sie bremse, sagte der reformorientierte Djindjic.

Einheit des DOS-Bündnisses bedroht

Seine Regierung werde bis zu einer eventuellen Vertrauensfrage im Parlament "normal" funktionieren, sagte Djindjic. Die Spitzen der Parteien im regierenden DOS-Bündnis werden nach Kostunicas Rückkehr aus dem Urlaub über die Zukunft der Koalition beraten, sagte Djindjic.

Zarko Korac, Vizepremier und Djindjic-Verbündeter, bezeichnete die DSS-Entscheidung im selben Sender als "sehr ernst und schwerwiegend", denn sie bedrohe nicht nur die Einheit des DOS-Bündnisses, sondern auch den Fortbestand des jugoslawischen Bundesstaates mit Serbien und Montenegro. (APA/dpa)

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