Mountainbike-Diebe konzentrieren sich auf Großveranstaltungen

17. August 2001, 19:39
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Exekutive warnt nach zwei Vorfällen in den vergangenen Wochen

Linz - "Nicht kleckern, sondern klotzen" scheint das Motto einer Diebesbande zu sein, die sich auf Mountainbikes spezialisiert hat und schon über eine Million Schilling (72.672,83 EURO) Schaden verursacht hat. Die oberösterreichische Exekutive warnt die Teilnehmer an der Feuerwehr-Radweltmeisterschaft, die am Wochenende in Bad Hall über die Bühne geht, auf ihre Sportgeräte Acht zu geben.

Die Gruppe ist besonders auf Großveranstaltungen spezialisiert und stiehlt en gros. In Österreich hat sie bisher zweimal zugeschlagen. Bei Rennen in Bad Goisern und Kaprun wurden insgesamt 30 Räder im Wert von 1,3 Mio. Schilling gestohlen. Die Täter dürften dabei ziemlich dreist vorgegangen sein, berichtet Alois Lißl von der oberösterreichischen Sicherheitsdirektion: "Die Tatzeit war meistens die Nacht vor dem Rennen, die Mountainbikes dürften in einen Klein-Lkw geladen worden sein."

Während die auf Auto-Dachträgern befestigten Räder kein besonderes Hindernis dargestellt haben, drangen die Unbekannten auch in Kellerabteile von Hotels und sogar Privathäusern vor, um an die Drahtesel zu gelangen.

Über die Herkunft der Täter wird offiziell noch gemutmaßt, Indizien deuten laut Lißl allerdings auf Gruppen aus Tschechien oder der Slowakei. Auch in Bayern soll die Gruppe schon aktiv geworden sein, beim bayrischen Landeskriminalamt verzeichnet man allerdings keine Auffälligkeiten.

Aufgetaucht ist von den bis zu 120.000 Schilling teuren Rädern bisher keines. "Entweder gelangen sie in die Händlerkette zurück, oder sie werden im benachbarten Ausland schwarz verkauft."

In diesem Zusammenhang warnt der Beamte auch vor vermeintlichen "Sonderangeboten". Denn laut Strafgesetzbuch kann wegen Hehlerei auch bestraft werden, wer Diebsgut kauft. Liegt der marktübliche Wert einer Ware deutlich über dem angebotenen Preis, sollte man hellhörig werden und sich von der einwandfreien Herkunft überzeugen. (moe/DER STANDARD, Print, 18.8/19.8.2001)

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