OMV greift jetzt auch nach Griechenland

17. August 2001, 19:31
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Interesse an Hellenic Petroleum bestätigt

Wien - Der österreichische Öl-und Gaskonzern OMV greift nach einem Angebot für 17,58 Prozent an der polnischen PKN Orlen als Nächstes nach der griechischen Hellenic Petroleum. "Ich kann sagen, dass wir interessiert sind, aber das ist alles, was ich derzeit sagen kann", meinte die OMV-Sprecherin Bettina Gneisz-Al-Ani.

Griechenland behält 35 Prozent

Die griechische Regierung hatte im Mai angekündigt, ihren Anteil an der größten Ölgruppe des Landes von derzeit mehr als 60,1 Prozent auf unter 51 Prozent zu reduzieren. Mindestens 35 Prozent sollen aber in staatlichen Händen verbleiben, um die nationale Rolle in dem Unternehmen weiter zu behalten.

Marktanteil 56 Prozent

Hellenic Petroleum betreibt die Raffinerien Aspropyrgos mit einer Produktion von 125.000 Barrel pro Tag und Thessaloniki mit einer täglichen Erzeugung von 66.500 Barrel. Den Marktanteil der Hellenic Petroleum gab die OMV-Sprecherin mit 56 Prozent bei raffinierten Produkten an. Die Gruppe verfügt auch über mehr als die Hälfte der gesamten Raffineriekapazität Griechenlands.

Schenz hat ungarische MOL im Visir

Die OMV hatte erst am Dienstag bekannt gegeben, dass sie ein Angebot für die Übernahme von 17,58 Prozent für die PKN Orlen gelegt hat. Dies sei Teil ihrer Strategie, in Mittel- und Osteuropa eine führende Rolle zu spielen.

Richard Schenz, der Generaldirektor der OMV, hatte in einem Interview angedeutet, dass ein Zusammengehen mit PKN und auch der ungarischen MOL Sinn machte. Dadurch würde die bei weitem größte Öl- und Chemiegruppe in der Region entstehen.

Barangebot

Details über das Offert für PKN wurden von der OMV nicht gemacht, im Markt wird aber davon ausgegangen, dass die OMV ein Barangebot gelegt habe. Dieses Offert würde attraktiver sein als jenes der um den PKN-Anteil konkurrierenden ungarischen MOL, hatten Fondsmanager gesagt.

PKN Orlen wäre der ideale Partner in Polen. Allein würde die Expansion in den polnischen Markt nicht zu machen sein, so die OMV. (Reuters, DER STANDARD, Printausgabe, 18./19. August 2001)

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