Gewerkschaft fordert Sozialplan für Philips

17. August 2001, 19:22
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AMS könnte Arbeitsstiftung einrichten

Wien - Die Gewerkschaften fordern von Philips Österreich einen Sozialplan für die 1200 von den Kündigungen betroffenen Mitarbeiter. Derzeit werde mit Philips über eine Arbeitsstiftung verhandelt, sagte Norbert Scheed von der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA).

Ankündigungen helfen nicht

"Öffentliche Erklärungen über eine Jobbörse helfen den Betroffenen nicht. Wir verlangen einen verbindlichen Sozialplan. Philips soll unverzüglich einen entsprechenden Abschluss mit Betriebsrat und Gewerkschaft tätigen", forderte Scheed. Die Gewerkschaften hätten in Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat stets daran gearbeitet, die Härte der Maßnahmen zu entschärfen. Die jetzt von den Kündigungen Betroffenen hätten echte Existenzängste, ein Sozialplan sei der einzig mögliche Weg zu einer Entschärfung der Lage.

Noch keine Frühwarnungen

Am Freitag bot auch das Arbeitsmarktservice (AMS) Unterstützung an. Derzeit habe Philips zwar im Rahmen des Frühwarnsystems noch keine Kündigungsmeldung abgegeben. Sollten aber die vom Unternehmen angekündigten innerbetrieblichen Maßnahmen nicht den gewünschten Erfolg bringen, würden alle Hilfsangebote des AMS in Zusammenarbeit mit dem Wirtschaftsministerium aktiviert. In der kommenden Woche wird es zwischen Philips und dem AMS konkrete Gespräche darüber geben.

Reaktivierung einer Stiftung

Dabei könne sowohl eine Outplacement-Beratung als auch die Gründung einer Arbeitsstiftung angeboten werden, sagte AMS-Chef Herbert Buchinger. Auch die Reaktivierung der "Philips-IR3-Stiftung", in der ehemaligen Mitarbeitern die Chance zur Neuorientierung auf dem Arbeitsmarkt oder zur Umschulung geboten wird, sei möglich, so Buchinger.

Indessen gab Philips-Chef Gerard Kleisterlee bekannt, dass sich der Konzern von großen Teilen der Produktion von Unterhaltungselektronik trennen wird. Nach der Auslagerung der Handy- und Videorekorder-Produktion stehe nun auch die Herstellung von TV- und Audiogeräten zur Disposition. Davon seien weltweit 7000 Mitarbeiter betroffen. (APA, zwi, DER STANDARD; Printausgabe, 18./19. August 2001)

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