OÖ: Erste Erfolge gegen "asiatischen Bockkäfer"

17. August 2001, 16:25
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Schädling dringt tief ins Holz und hinterlässt zentimeterdicke Löcher

Linz - Erste Erfolge im Kampf gegen einen vermutlich aus Asien importierten Schädling, den so genannten "asiatischen Bockkäfer", meldete das Landwirtschaftsministerium.

Der Käfer war Anfang August erstmals in Europa in Braunau am Inn in Oberösterreich aufgetaucht. Er befiel Bäume im Stadtgebiet und vermehrte sich. Die betroffenen Bäume mussten gefällt werden.

Dringt tief ins Holz und hinterlässt zentimeterdicke Löcher

Der Schädling dringt tief in das Holz der Stämme ein und hinterlässt dabei zentimeterdicke Löcher. Besonders gefährlich ist der asiatische Bockkäfer deswegen, weil er nicht nur - wie die meisten heimische Schädlingsarten - kranke Bäume, sondern auch gesunde befällt. Gefährdet sind vorwiegend Laubbäume. Die schwarzen Tiere werden bis zu drei Zentimeter groß und weisen an ihrer "Haut" weiße Flecken auf.

Käfer steht auf Quarantäneliste

Für den Menschen stellt der Käfer, der laut EU-Richtlinie sogar auf der Quarantäneliste aufscheint, keine Gefahr dar. In Braunau wurde die Vernichtung der befallenen Bäume - alles Ahron - angeordnet. Seither wurden keine weiteren Käfer mehr entdeckt, somit bestehe laut Ministerium die berechtigte Hoffnung, den Schädling wieder aus Österreich und somit aus der EU verbannen zu können.

Österreich ist im Rahmen der EU-Bestimmungen gesetzlich verpflichtet, alle Maßnahmen zu treffen, um die weitere Ausbreitung des Schädlings zu verhindern. Unter anderem soll dazu das Verbringen von Laubholzprodukten und -pflanzen aus dem Schadensgebiet, dem Bezirk Braunau vorgeschrieben werden. Von wesentlicher Bedeutung sind auch die "unscheinbaren Produkte", wie Verpackungshölzer, Stauhölzer, Paletten, die aus Laubholz gefertigt sind.

Wegen der Nähe zu Bayern ist zudem die Zusammenarbeit mit den dortigen Behörden und wissenschaftlichen Institutionen aufgenommen worden. Auch die anderen EU- Mitgliedsstaaten wurden informiert. Mit einem Erlass des Ministers sollen weiters den Landeshauptmännern der Bundesländer Bestimmungen zur österreichweiten Beobachtung vorgeschrieben werden. (APA)

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