Scharfe Kritik Ägyptens an Bushs Nahost-Politik

17. August 2001, 14:05
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Forderung nach Zustimmung zu internationaler Beobachtung

Washington - Ägypten hat scharfe Kritik an der Nahost-Politik von US-Präsident George W. Bush geübt. Die Bemühungen der USA, Gespräche über Sicherheitsfragen zwischen Israelis und Palästinensern zu vermitteln, "sind gescheitert und haben zu einer Katastrophe geführt", betonte der außenpolitische Chefberater des ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak, Staatsminister Osama el Baz, der sich mit einer hochrangigen Delegation zu einem Besuch in Washington aufhält. Baz forderte die USA am Donnerstagabend (Ortszeit) auf, die Entsendung von internationalen Beobachtern in die Region zu unterstützen. Bush hatte auf dem G-8-Gipfel von Genua einer solchen Beobachtung grundsätzlich zugestimmt.

Baz war zuvor mit US-Vizepräsident Richard Cheney zusammengetroffen. Am Freitag standen Gespräche mit Außenminister Colin Powell und Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice auf dem Programm. Die ägyptische Delegation war am Dienstag zu einem eilig anberaumten Besuch in Washington eingetroffen.

Der ägyptische Außenminister Ahmed Maher hatte der israelischen Regierung wegen der Politik der gezielten Tötung mutmaßlicher palästinensischer Gewalt-Drahtzieher vorgeworfen, sich wie eine "Bande von Mördern" zu benehmen. Mubarak hatte seinerseits den Beschluss des israelischen Sicherheitskabinetts, militante Palästinenser zu "liquidieren", scharf kritisiert. Die Strategie der vorsätzlichen Tötung sei kein "Akt der Selbstverteidigung", sondern führe nur zu einer weiteren Eskalation der Gewalt. (APA/dpa)

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