Covic: Unabhängigkeit Kosovos mit Frieden nicht vereinbar

17. August 2001, 13:42
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Serbischer Vizepremier bezüglich Lösung des Kosovo-Problems optimistisch

Belgrad - Eine Unabhängigkeit Kosovos sei mit dem Frieden in der Region nicht vereinbar, erklärte am Donnerstag Nebojsa Covic, serbischer Vizeministerpräsident und Chef des staatlichen Koordinationszentrums für Kosovo und Metohija. "Das gleichzeitige Bestehen eines unabhängigen Kosovo und Frieden in der Region ist unmöglich", und darüber seien sich auch alle beteiligten Akteure, auch die albanische Seite einig, einig, wurde Covic von der Belgrader Nachrichtenagentur Beta zitiert.

Der Vizepremier zeigte sich aber bezüglich einer Lösung des Kosovo-Problems optimistisch. Er erinnerte an das Modell der Krisenlösung in Südserbien, an die am Freitag erfolgte Rückkehr der jugoslawischen Armee an die Grenze zwischen Serbien und der Provinz Kosovo und auch daran, dass es zu einer "deutlichen Milderung der extremistischen Standpunkte über die Unabhängigkeit Kosovos" gekommen sei. Es werde aber jedenfalls ein langer Prozess sein. Notwendig wäre die Übereinkunft aller drei beteiligten Parteien - des Staates, der Albaner und der internationalen Gemeinschaft. Der erste Schritt müsse die Herstellung des Vertrauens zwischen den Akteuren sein, was eine der Aufgaben der serbischen und jugoslawischen Regierung darstelle, betonte Covic.

Die Lösung müsse gemeinsam getroffen werden, erklärte Covic. Er fügte hinzu, dass Serbien zu einem Land werden müsse, das einen Faktor des Friedens und der Sicherheit in der Region darstellt. Einer Teilung der Provinz in zwei Gebietseinheiten erteilte der Vizepremier eine Absage: "Ich bin nicht für die Teilung des Kosovo." Sein früherer Vorschlag, das Kosovo in zwei Entitäten zu teilen, sei aus dem Recht der zwei Völker, die auf diesem Gebiet leben, hervorgegangen. In etwa einem Monat werde die DOS (regierende Demokratische Opposition Serbiens) eine Empfehlung abgeben, ob die geflüchteten Serben aus dem Kosovo an den für November geplanten Wahlen teilnehmen sollen. (APA)

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