Orange 94.0 feierte seinen dritten Geburtstag

22. August 2001, 13:41
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Höchste Zeit für eine Ode an die Frauenschiene

Das Freie Radio "Orange 94.0" sendet, kaum zu glauben, schon seit drei Jahren. Mit dem 17. Juni fällt der Stichtag des ersten Sendetages also eigentlich schon zum vierten Mal.

Allgemein

Das Programm von Radio Orange wird von insgesamt 500 (!) ehrenamtlichen RadiomacherInnen produziert und die Zahl derjeniger, die Sendungen machen möchten, nimmt nicht ab. Im Gegenteil: Die Nachfrage ist grösser denn je und neue Sendungen müssen mit längeren Wartezeiten rechnen. Nach den Streichungen der Förderungen vom Bund hat sich Orange 94.0 nun förmlich zu einem Projektbüro neben dem Radiobetrieb entwickelt, um durch EU-Gelder, Förderungen von der Stadt Wien und den zahlenden AbonnentInnen neue finazielle Standbeine aufzubauen.

Frauenschiene

Die sogenannte „Frauenschiene“ war von Anfang an mit dabei. Über den Begriff „Frauenschiene“ kann frau geteilter Meinung sein, suggeriert er doch die Reduktion von Radiomacherinnen auf eine bestimmte „Schiene“, einen bestimmten Sendeplatz. Trotzdem ist er inzwischen ein Synonym für engagiertes Frauenradio mit hohem Feminismusgehalt geworden. Und aus aus dem Programmheft läßt sich entnehmen, dass sich auch im "regulären" Programm durchaus Sendungen mit frauenspezifischen Inhalten auseinandersetzen.

Vernetzung

Vernetzung mit Radiomacherinnen aus anderen Ländern gilt neben der ehrenamtlichen Produktion einer regelmäßigen Radiosendung als zweiter Schwerpunkt der Frauenschiene: Durch das Projekt EU-FEM FM Connected trafen sich im letzten Jahr Radiomacherinnen aus Vorarlberg, Innsbruck, Salzburg Stadt und Salzkammergut, Graz und Ennstal, Kärnten, Linz und Wien zum Austausch und zu Sendekoproduktionen. Im Zuge dieses Zusammentreffens entstand die CD „vielfältig.frech.feministisch“ für die interessierte Öffentlichkeit. Im Rahmen des EU-Projekts Polyphonia stellten diverse Frauenredaktionen und RadiomacherInnen von Orange 94.0 die Schwerpunktwoche „queerattack“ auf die Beine. Das Thema: „lesbischwultrans.medial“.

Gerade in solchen Schwerpunktwochen drückt sich die Qualität der Frauenschiene aus: Die Ansätze der einzelnen Sendungen könnten gar nicht unterschiedlicher sein, was einer differenzierten, vielseitigen Berichterstattung nur zugute kommt. So bringt die Sendung von Sedajeh Aschena Migrantinnen-Positionen ein, "ta mera" sucht nach Orten von und für Lesben und Frauen, die beiden Magazine "Orangina" und "BauchBeinPo" thematisieren im weitesten Sinn Feminismus in der Populärkulur, Sendungen der HOSI Wien und des UFF machen auf differenzierte feministische und lesbische Position in Politik und Privatheit aufmerksam.

Und so bleibt dem dieStandard.at-Team nichts weiteres übrig, als allen Sendungsverantwortlichen von Radio Orange und ganz besonders der Frauenschiene zu gratulieren zu ihrem Engagement und Einfallsreichtum. Respect!

(red)

Die Programm- inhalte im Detail: Programmübersicht

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