Bankrotterklärung einer Berliner Kultureinrichtung

17. August 2001, 13:19
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Theater des Westens: Orchestervereinigung warnt vor Konkurs

Berlin - Die Deutsche Orchestervereinigung (DOV) hat vor "unverantwortlichen Gedankenspielen" um einen Konkurs des Theaters des Westens gewarnt. "Verfehlte einseitige Spielplanpolitik des Intendanten, Nichteinhalten der kulturpolitischen Finanzierungsvorgabe des Abgeordnetenhauses als "unterhaltendes Musiktheater des Genres Musical und Operette" mussten zwangsweise und vorhersehbar zu der jetzigen Krise des Theaters führen". Das erklärte der stellvertretende DOV-Geschäftsführer Claus Strulick am Donnerstag.

Ein Konkurs wäre seiner Ansicht nach "nicht nur ein politisch verantwortungsloses Abschieben der Probleme auf die Beschäftigten, sondern würde nach den Pleiten von Schiller- und Metropoltheater, nach der Auflösung des (Ost-)Berliner Rundfunkorchesters, dem genauso unsäglichen wie unnötigen "Theater" um die Rias Big Band zum Menetekel für den weiteren Umgang mit Kultur in Berlin". Außerdem wäre es "erstmals auch die kulturpolitische Bankrotterklärung einer Berliner Kultureinrichtung, einer GmbH, die ausschließlich vom Land Berlin getragen wird", meinte die Orchestervereinigung.

In der letzten Zeit waren erneut Finanzprobleme beim Theater des Westens in der Öffentlichkeit bekannt geworden. Darüber soll in der nächsten Senatssitzung am kommenden Dienstag beraten werden. Dabei geht es auch um das weitere Schicksal des jetzigen Intendanten Elmar Ottenthal. (APA)

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