Künftig weniger Stress für Labormäuse

17. August 2001, 12:28
posten

Durch sanfte Stressbestimmung

Wien - Für Rinder, Schafe und sogar Elefanten funktioniert die Methode schon seit einigen Jahren, nun adaptieren Wissenschafter der Veterinärmedizinischen Universität Wien (VUW) eine von ihnen entwickelte, so genannte sanfte Stressbestimmung auch für Mäuse. Dabei wird den Tieren nicht - wie bisher üblich - Blut abgenommen, vielmehr analysieren die Forscher Abbauprodukte des Stresshormons Cortisol im Kot.

Cortisol gehört zur Gruppe der Glucocorticosteroide und wird in der Nebenniere gebildet. Im Falle von Belastungen steigt die Produktion von Cortisol, der Blutzuckerspiegel erhöht sich, für die Bewältigung einer drohenden oder vermeintlichen Gefahr steht mehr Energie zur Verfügung. Anschließend wird das Stresshormon wieder abgebaut und über den Darm ausgeschieden. Der genaue Abbauprozess wurde an der VUW aufgeklärt.

Extra-Stress

Die bisher üblichen Blutanalysen zur Stressbestimmung haben entscheidende Nachteile. So werden die Tiere durch die Blutabnahme zusätzlich gestresst, was zu einer Beeinflussung der jeweiligen Experimente führen kann. Bei so kleinen Tieren wie Mäusen stellen außerdem die Blutabnahme selbst und die benötigte Blutmenge ein Problem dar.

Ziel der Forschungen ist eine Methode, die Aussagen über Belastungszustände von Labormäusen ermöglicht, ohne dass Blutproben gezogen werden müssen. Die Mäuse müssten dazu nicht einmal aus den Käfigen genommen werden. Durch die Verbesserung der Methodik würde dadurch sogar eine deutliche Reduktion der für die Forschung benötigten Versuchstierzahlen ermöglicht. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.