Ford will bis zu 5.000 Jobs streichen

17. August 2001, 22:12
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Gewinnerwartungen nach unten korrigiert - Kursverlusten bei deutschen Autowerten

Dearborn - Der zweitgrößte Autobauer der Welt, Ford, will wegen einer akuten Absatzflaute bis zum Jahresende 4.000 bis 5.000 Stellen in Nordamerika streichen, und hat am Freitagdie Gewinnerwartungen für das laufende Geschäftsjahr nach unten korrigiert. Im Sog der Gewinnwarnung verloren auch die wichtigsten deutschen Autoaktien an Wert.

Der US-Autobauer leidet wie fast die gesamte Branche wegen der weltweiten Konjunkturflaute unter Absatzschwierigkeiten. Statt der bisher erwarteten 1,20 Dollar (1,313 Euro/18,1 S) pro Aktie sollen nun nur noch 70 Cent erzielt werden. In den letzten vier Jahren sparte Ford nach eigenen Angaben bereits rund vier Mrd. Dollar ein, unter anderem durch Produktionssenkungen und einen Einstellungsstopp. Trotzdem "müssen wir unsere Anstrengungen für eine Effizienzsteigerung noch verstärken", sagte Ford-Vorstandschef Jacques Nasser.

Streichung "schwierig, aber nötig"

Der geplante Stellenabbau von 4.000 bis 5.000 Leuten solle ohne betriebsbedingte Kündigungen erfolgen, gab das Unternehmen am Freitag in Dearborn im US-Bundesstaat Michigan bekannt. Hauptsächlich sollten Beschäftigte freiwillig in den Vorruhestand gehen. Die geplante Streichung von Arbeitsplätzen sei "schwierig, aber nötig", sagte Nasser. Ford erhoffe sich mehr Effizienz und mehr Wettbewerbsfähigkeit für den "hart umkämpften Automarkt in Nordamerika".

Der Stellenabbau wird den Konzern den Angaben zufolge rund 700 Mill. Dollar kosten.

Kursverlusten bei deutschen Autowerten

Nach der Ford-Gewinnwarnung haben die Aktien der im Dax vertretenen deutschen Autokonzerne am Freitag jeweils rund fünf Prozent an Wert verloren. Dies resultiere aus dem Abflauen der Weltkonjunktur und mache sich bei den Aktienkursen von stark konjunkturabhängigen Werten wie denen der Autobranche bemerkbar, sagten Händler. Zudem spiele auch weiterhin der steigende Euro eine Rolle, da die Automobilfirmen auf gute Exportzahlen angewiesen seien, um die Umsätze anzukurbeln.

Die Aktien von DaimlerChrysler gaben in einem schwächeren Gesamtmarkt um jeweils rund fünf Prozent auf 48,58 Euro, die von BMW auf 34,35 Euro und die von Volkswagen auf 49,55 Euro nach. Auch im europäischen Automobil-Index gehörten die deutschen Unternehmen wie bereits am Donnerstag zu den größten Verlierern. Die im MDax notierten Aktien von Porsche verbilligten sich um ebenfalls um rund fünf Prozent auf 362 Euro. (APA/AFP/Reuters)

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