Steiermärkische übernimmt Sparkasse Leoben

17. August 2001, 10:46
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Transaktion um 460 Millionen Schilling - Stadtgemeinde Leoben wird Erlös ab 2002 kommunal investieren

Graz - Die Sparkasse Leoben wird mit der Steiermärkischen Bank und Sparkassen AG verschmolzen. Dies wurde gestern, Donnerstag, vom Eigentümervertreter, der Stadtgemeinde Leoben, in einer Sondersitzung des Gemeinderates beschlossen. Vor vier Tagen hatte bereits der Sparkassenrat der Umwandlung in eine Aktiengesellschaft zugestimmt. Die Höhe der Transaktion beläuft sich auf 460 Mill. S (33,4 Mill. Euro). Der Vorstand der Leobner Sparkasse, Franz Obernhuber, sowie der Leobner Bürgermeister Matthias Konrad (S) zeigten sich mit der Transaktion zufrieden.

"Es ist ein nicht unwesentlicher Vorteil, wenn eine starke Bank als Partner in dieser Region mit aufscheint", beschreibt Obernhuber die Verschmelzung mit der Steiermärkischen. Die Leobner Sparkasse mit ihren insgesamt 86 Mitarbeitern hat neben der Hauptanstalt in Leoben weitere neun Filialen im Bezirk, in Judendorf, in Göss, Donawitz, Lerchfeld, Mautern und Eisenerz sowie zwei in Trofaiach. Die Verschmelzung erfolgt rückwirkend mit 1. Jänner 2001, die Eintragung ins Firmenbuch muss bis 30. September abgeschlossen sein. Eine Woche danach erhält die Stadt Leoben 300 Mill. S (21,8 Mill. Euro) als erste Tranche des Kaufpreises, der Rest wird laut Bürgermeister Konrad auf fünf Jahre verteilt ausbezahlt.

Strategische Bedeutung der Leobner Sparkasse

Eine Expertengruppe hatte in einem Gutachten den Wert der Sparkasse Leoben mit 375 bis 425 Mill. S (27,3 bis 30,9 Mill. Euro) beziffert. "Auf Grund der strategischen Bedeutung der Leobner Sparkasse und der gut geführten Verhandlungen ist schließlich ein Kaufpreis von 460 Mill. S heraus gekommen. Wir haben mit der Verschmelzung das Familiensilber aufpoliert," so Konrad. Bis zum Jahr 2002 sollen nun Modelle für die Mittelverwendung erarbeitet werden, der Verkaufserlös wird in der Zwischenzeit veranlagt. Die Leobner Sparkasse ist besonders engagiert in der Finanzierung der öffentlichen Hand und von Wohnbaugesellschaften.

Die Eile im Abschluss mit der Steiermärkischen war laut Konrad deshalb geboten, weil derzeit noch die öffentliche Hand uneingeschränkt für die ihr eigenen Institute mit allem ihrem Vermögen haftet. Die ähnlich gelagerte deutsche Gesetzeslage hat die EU-Wettbewerbskommission bereits auf den Plan gerufen, die die staatlichen deutschen Grantien für öffentliche-rechtliche Kreditinstitute als wettbewerbswidrige Beihilfen betrachtet. Konrad dazu: "Das heimische Sparkassen-Gesetz verlangt, dass mindestens 51 Prozent einer Sparkasse im Sparkassensektor verbleiben". Das so genannte Aufgriffsrecht wird dabei von der jeweiligen Spitzenkreditinstitut des Landes wahrgenommen.

Die Steiermärkischen Bank und Sparkassen AG, die im vergangenen Jahr die Sparkassen Weiz und Knittelfeld akquiriert hatte, legte zuletzt eine um 24 Prozent auf 97,4 Mrd. S (7,08 Mrd. Euro) gesteigerte Konzernbilanzsumme 2000 als größte Bundesländersparkasse vor. Mit einem EGT von 641 Mill. S (1999: 463 Mill. S) wurde ein All-time-high erreicht. (APA)

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