Weiterhin Glutnester - Feuer so gut wie gelöscht

17. August 2001, 14:42
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Bereitschaftsdienst der Feuerwehr bleibt bis Sonntag vor Ort

Wien - Am Tag nach dem verheerenden Brand vom Donnerstag bewachte die Feuerwehr heute, Freitag, nach wie vor Glutnester in den Wiener Sofiensälen. Bei einem ersten Augenschein wurde das Ausmaß der Zerstörung deutlich: Der zuvor seit Jahrzehnten als prunkvoller Ball- und Partyort genützte Große Saal ist verwüstet, die mit Gemälden und Stoffen verziert gewesene Decke auf den Parkettboden gestürzt, berichtete Sonja Soukup, Geschäftführerin der Firma KulturConsult, die den Veranstaltungsort zuletzt betrieben hat.

Der Gebäudeteil zur Blattgasse hin ist schwer beschädigt. Es steht praktisch nur noch die Außenmauer, die einsturzgefährdet wirke, sagte Soukup. Die Wände im Großen Saal selbst seien dagegen offenbar erstaunlich gut erhalten. Sie stehen noch in fast voller Höhe. Auch der Stuck sei noch vorhanden. Anstatt der Decke wölbt sich blauer Himmel über dem Ballsaal. Über die Statik der noch stehenden Gemäuer war zunächst nichts bekannt.

Noch immer Glutnester

Die offizielle Brandbegehung durch Experten und die Feuerwehr hat Freitag am Vormittag stattgefunden, sagte Oberbrandrat Hans Eber. Das Feuer sei so gut wie gelöscht, unter den dicht gelagerten Resten des eingestürzten Daches fanden sich aber immer noch Glutnester. Am Freitag versuchten Feuerwehrleute, den Schutt aufzulockern und wenn möglich abzutragen. Die Einsatzkräfte werden daher voraussichtlich auch am Samstag und Sonntag einen Bereitschaftsdienst bei der "Sofie" aufrecht erhalten.

"Sofie" mit 4.000 Litern Wasser gefüllt"

Das vorläufige Ende der Sofiensäle erinnert an den Anfang: Das Becken unter dem Boden im Großen Saal ist mit Wasser gefüllt - ganz der ursprünglichen Bestimmung. Mit bis zu 4.000 Litern Wasser in der Minute hatte die Feuerwehr gegen den Brand gekämpft. "Das Meiste davon ist verdampft, das ist der Sinn beim Löschen", erklärte Oberbrandrat Hans Eber.

Großteil des Nass sei in Wasserdampf und Rauch aufgegangen

Mit fast einer viertelmillion Liter Wasser in der Stunde hat die Feuerwehr versucht, die Sofiensäle zu retten. Vor unterspülten Häusern oder Straßen brauchen die Anrainer aber keine Angst haben, so Eber. Der Großteil des Nass sei in Wasserdampf und Rauch aufgegangen wie auch die Hoffnungen der Betreiber der Sofiensäle. Auch die Kanalisation habe viel Wasser aufnehmen müssen, so der Experte. (APA)

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