Heiner Lauterbach als Axel Springer

17. August 2001, 10:26
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... im ARD-Zweiteiler "Der Verleger" - Film über die Karriere des Zeitungsmachers

Mit Heiner Lauterbach in der Hauptrolle zeichnet die ARD im Zweiteiler "Der Verleger" (9./10. Oktober, jeweils 20.15 Uhr) die Karriere des Zeitungsmachers Axel Springer nach. "Vor 48 Stunden haben wir das erste Band aus dem Kopierwerk geholt", berichtete Produzentin Regina Ziegler am Donnerstag bei der Vorführung der zwei 90-minütigen Filme in Hamburg. Ziegler ("Solo für Klarinette", "Sturmzeit") hat den TV-Film im Auftrag des Norddeutschen Rundfunks (NDR) und des Westdeutschen Rundfunks (WDR) gedreht. Vorlage für den Film war die Biografie "Der Fall Axel Springer" von Michael Jürgs.

Selbstmord des Sohnes Sven Simon

"Der Verleger" erzählt die Geschichte eines Mannes, der nach dem Krieg in Hamburg mit einer Schreibmaschine, einem klapprigen Auto und einem Stapel Romane seine Karriere beginnt. Die Alliierten überzeugt er mit seiner charismatischen Persönlichkeit, ihm eine Zeitungslizenz zu geben. Bald folgt eine Rundfunkzeitschrift, die schnell eine Millionen-Auflage erreicht: die "Hörzu". Über Nacht entsteht das große Massenblatt, die "Bild". Große Rückschläge des "Verlegers", der im Film so oder zuweilen Axel gerufen wird, sind eine Moskau-Reise, auf der er bei Staatschef Chruschtschow aber nicht auf Gehör stößt. Schicksalsschlag ist der Selbstmord seines Sohns Sven Simon, wonach sich "Der Verleger" in ein Kloster zurückzieht.

Witwe Friede Sringer nicht begeistert über Filmvorhaben

Die Dreharbeiten für den Film begannen im Herbst 2000 in Moskau. Aber auch an andere Orte wie Sylt und die griechische Insel Patmos, wo Axel Springer selbst viel Zeit verbrachte, wurde das Set verlegt. "Ich habe ein ausführliches Gespräch mit Frau Springer geführt und sie über mein Projekt unterrichtet", berichtete Ziegler. Die Verleger-Witwe Friede Springer sei aber nicht begeistert gewesen und habe das Drehbuch nicht lesen wollen. Im Film wird sie von Lisa Martinek verkörpert.

"Ungewöhnliche Anstrengung"

Wie die anderen vier Frauen des "Verlegers" trägt auch sie einen fiktiven Namen: Angela. Bei der Namensgebung habe man sich damit auseinander setzen müssen, dass noch lebende Personen berührt werden. Auch konnte nicht jede Figur im öffentlichen Leben von Springer berücksichtigt werden, berichtete NDR-Redakteurin Doris Heinze. In weiteren Rollen wirken unter anderen Susanna Simon, Sylvester Groth, Anica Dobra und Jürgen Hentsch.

Die Kosten des Projekts werden auf rund zwölf Millionen Mark (6,14 Mill. Euro/84,4 Mill. S) geschätzt. NDR-Intendant Jobst Plog wollte dazu keine konkreten Angaben machen: "Es sind mehrfache Tatort-Kosten." Solch eine "ungewöhnliche Anstrengung" könne gelegentlich gemacht werden, aber nicht ständig.

Film über Willy Brandt geplant

Als nächsten großen Mann Deutschlands will Ziegler Willy Brandt porträtieren. Für diese Hauptrolle habe Drehbuchautor Oliver Storz den Schauspieler Michael Mendl vorgeschlagen, sagte Ziegler. Voraussichtlich Anfang 2002 soll mit den Dreharbeiten begonnen werden. (APA/dpa)

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