Hewlett-Packard muss Gewinnrückgänge hinnehmen

17. August 2001, 10:00
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89 Prozent weniger Nettogewinn im Vierteljahr - Erholung frühestens 2002 erwartet

San Jose - Der US-Computerkonzern Hewlett-Packard erwartet frühestens im nächsten Jahr ein Ende der gegenwärtigen Wirtschaftskrise. Der Abschwung habe inzwischen alle geographischen Regionen erfasst, sagte am Donnerstagabend (Ortszeit) die Vorstandschefin von HP, Carly Fiorina, bei der Vorstellung der Quartalsbilanz im kalifornischen San Jose. Vor 2002 könne sie in den Märkten keine Anzeichen für eine Verbesserung sehen.

In dem Ende Juli abgeschlossenen 3. Quartal verdiente der Computer- und Druckerhersteller deutlich weniger als noch ein Jahr zuvor. Das Unternehmen nannte nach US-Börsenschluss einen Gewinn vor Sonderposten von 218 Mill. Dollar (238 Mill. Euro/3,275 Mrd. S) oder 11 Cents je Aktie nach 1,04 Mrd. Dollar (1,137 Mrd. Euro/15,65 Mrd. S) oder 50 Cents je Aktie im Vorjahresquartal. Analysten hatten mit 4 Cents je Aktie gerechnet. Der Umsatz habe sich um 14 Prozent auf 10,1 (11,8) Mrd. Dollar (11,05 Mrd. Euro/152,1 Mrd. S) verringert. Auch fürs 4. Quartal erwarte Hewlett-Packard einen Umsatzrückgang. Im nachbörslichen Handel präsentierte sich die HP-Aktie kaum verändert.

Umsatzrückgang von 14 bis 16 Prozent noch erwartet

Der Nettogewinn sei um 89 Prozent auf 111 Mill. Dollar oder 6 Cents je Aktie einschließlich eines außerordentlichen Gewinns von einem Cent je Papier von 1,05 Mrd. Dollar oder 51 Cents je Papier ein Jahr zuvor eingebrochen, teilte HP weiter mit. Der Umsatz mit Verbraucherprodukten ging den Angaben zufolge im Vorjahresvergleich um 21 Prozent zurück. Absolute Zahlen nannte Hewlett-Packard zunächst nicht. Für den bereits angekündigten Abbau von 6.000 Stellen dürften Aufwendungen von 250 bis 300 Mill. Dollar anfallen, hieß es.

Der Technologiekonzern hatte Ende Juli bereits mitgeteilt, dass er unter der weltweiten Konjunkturabkühlung gelitten habe und für das 3. Quartal einen Umsatzrückgang von 14 bis 16 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum erwarte. Das Unternehmen hatte außerdem den Abbau von weiteren 6.000 Arbeitsplätzen angekündigt, wobei die meisten Stellen im vierten Quartal gestrichen werden sollten. Der Abbau solle rund 500 Mill. Dollar jährlich einsparen, hatte es damals geheißen. Hewlett-Packard hat in diesem Jahr bereits 1.000 Stellen abgebaut.

"Keinerlei Anzeichen einer Verbesserung am Markt vor 2002"

Im 4. Quartal könnte der Umsatz um mehr als 14 Prozent im Vorjahresvergleich fallen, sagte HP-Finanzchef Bob Wayman. "Wir sehen keinerlei Anzeichen einer Verbesserung am Markt vor 2002", ergänzte die Vorstandsvorsitzende Carly Fiorina.

Den regulären Börsenhandel in New York hatte das Hochtechnologiepapier mit einem moderaten Plus von 0,12 Prozent auf 24,13 Dollar beendet. Nachbörslich wurde der Titel mit 24,10 Dollar notiert. Seit Jahresbeginn verlor die Aktie knapp 25 Prozent an Wert. (APA/AP/Reuters)

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