Warnung vor Ephedra-Tee

17. August 2001, 12:30
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Vermeintlicher Zaubertrank kann Halluzinationen und temporäre Impotenz verursachen

Gräfelfing - Gesundheitsexperten warnen eindringlich vor dem Konsum von Ephedra-Tee. Das Gebräu aus getrocknetem Herba Ephedra soll den Stoffwechsel anregen, die Atmungsorgane entspannen, ausgleichende Energie liefern und den Hunger reduzieren. Doch nach einem Bericht der "Ärztlichen Praxis" kann es auch zu bedrohlichen körperlichen Symptomen kommen wie Krampfanfällen, Psychosen, Erhöhung von Herzfrequenz und Blutdruck, Herzrhythmusstörungen, starkes Schwitzen, Mundtrockenheit und Hyperaktivität.

Die amerikanische Arzneimittel- und Lebensmittelbehörde (FDA) untersagte dem Fachblatt zufolge bereits vor fünf Jahren den Vertrieb von und allen anderen Zubereitungen, die Herba Ephedra enthalten. In Deutschland seien sie nach gültigem Recht dagegen weiter frei verkäuflich. Vor allem im Internet und in Szeneliteratur werde der Tee als Zaubertrank gepriesen, der bei Männern Muskeln wachsen und Fett schwinden lasse und nicht zuletzt Heuschnupfen-Patienten von ihrer Allergie befreie.

Rededrang

Wer eine Tasse Ephedra-Tee trinkt, verspürt den Experten zufolge tatsächlich rasch die Wirkung: Die Sinne schärften sich, Aufmerksamkeit, körperliches Leistungsvermögen und Kommunikationsfähigkeit stiegen, aber auch Halluzinationen und Rededrang stellten sich ein. Um die Effekte des Tees zu intensivieren, versetzten einige Konsumenten ihn zusätzlich mit Zitrone: Denn in saurem Milieu könnten sich die so genannten Ephedrine besser lösen.

Zugleich erhöht laut "Ärztlicher Praxis" das Kraut die sexuelle Lust. Allerdings haben zumindest die Männer nichts von ihrer gesteigerten Libido: Denn Ephedra verengt dem Bericht zufolge auch die Blutgefäße und führt damit zu temporärer Impotenz. Bei Vergiftungserscheinungen nach dem Genuss von Ephedra-Tee, die auf eine Überproduktion von Adrenalin zurückzuführen seien, sollte der Patient in jedem Fall in ein Krankenhaus eingewiesen werden. Kurzfristig könnten so genannte Alphablocker und ausreichend Kohle zur Giftbindung helfen. (APA)

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