Dell: Niedriger Gewinn erfüllt Analystenerwartungen

17. August 2001, 13:05
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Umsatzrückgang und Gewinn-Stagnation erwartet

Austin - Der US-Computerhersteller Dell Computer hat trotz eines niedrigeren Gewinns für das zweite Quartal die Analystenerwartungen erfüllt und einen etwas schwächeren Ausblick auf das dritte Quartal gegeben. Dell nannte am Donnerstagabend in Austin nach US-Börsenschluss einen Gewinn von 433 Mill. Dollar (474 Mill. Euro/6,522 Mrd. S) oder 16 Cents je Aktie nach 603 Mill. Dollar oder 22 Cents je Aktie im Vorjahresquartal. Analysten hatten einer Umfrage von Thomson Financial/First Call zufolge mit 16 Cents je Aktie gerechnet.

Der Quartalsumsatz sei mit 7,6 Mrd. Dollar (8,31 Mrd. Euro/114,3 Mrd. S) um rund ein Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurückgegangen. Damit verfehlte Dell die Erwartungen der Analysten von 7,71 Mrd. Dollar. Im nachbörslichen Handel ging der Aktienkurs von Dell leicht zurück. Für das dritte Quartal rechnet Dell mit einem leichten Umsatzrückgang und einem in etwa konstanten Gewinn.

Marktanteil gesteigert

Trotz des Umsatzrückgangs konnte Dell die verkauften Stückzahlen und den Marktanteil aber steigern. "Es wird klar, dass unsere Strategie, profitabel den Marktanteil zu steigern, im schwachen Umfeld weiterhin gut funktioniert", sagte der Gründer und Firmenchef Michael Dell. Dell habe die Auslieferungen speziell von unternehmensorientierten Produkten deutlich steigern können.

Im dritten Quartal werde der Umsatz leicht um fünf Prozent im Vergleich zum zweiten Quartal zurückgehen, hieß es weiter. Der Gewinn je Aktie solle im laufenden Quartal 15 bis 16 Cent betragen, teilte das Unternehmen weiter mit. Analysten erwarten Thomson Financial/First Call zufolge ebenfalls 16 Cent je Aktie.

Verbesserung im nächsten Frühjahr erwartet

Das Unternehmen geht davon aus, dass sich die Nachfrage kurzfristig nicht bessern werde. Michael Dell rechnet mit einer allgemeinen Verbesserung frühestens im nächsten Frühjahr.

Dennoch sollte es möglich sein, weitere Marktanteile zu gewinnen, da der PC-Markt insgesamt 10 Prozent Umsatzrückgang verzeichnen werde. In den USA bleibe die Nachfrage der Unternehmen weiter schwach. Zugleich gebe es Anzeichen, dass sie in Europa und Asien schwächer werde. Auch würden die PC-Preise weiter fallen.

Dell-Aktien notierten vor der Veröffentlichung der Zahlen an der Nasdaq bei 25,38 Dollar ein halbes Prozent tiefer. Nachbörslich verloren Dell-Aktien weitere 22 Cents auf 25,16 Dollar.

Dell will in Deutschland expandieren

Dell ist im zweiten Quartal 2001 zur Nummer drei in Deutschland aufgestiegen und will seinen Vertrieb personell noch weiter verstärken. Obwohl der deutsche Markt in diesem Zeitraum um zwölf Prozent geschrumpft sei, habe Dell seinen Absatz nach Stückzahlen um 26 Prozent gesteigert, sagte Mathias Schädel, Geschäftsführer der Dell Deutschland GmbH.

Er begründete das Wachstum vor allem mit dem Direktvertriebsmodell des Konzerns, das niedrigere Preise für die Kunden ermögliche. Trotz der weiter schwachen Marktlage, die Konkurrenten teilweise zum Stellenabbau veranlasst, wolle Dell in Deutschland bis zum Jahresende 120 neue Mitarbeiter einstellen.

Der Preiskampf in Europa sei härter als in den USA, erläuterte Schädel die Lage. Dell habe im zweiten Quartal die Stückzahlen in dieser Region zwar um 19 Prozent steigern können, das Umsatzwachstum habe aber nur bei zwei Prozent gelegen. In Deutschland sei Dell in zwei Quartalen von der Nummer sieben in Deutschland zum drittgrößten PC-Anbieter hinter Fujitsu Siemens und Compaq avanciert.

(APA/Reuters/vwd)

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