Sinti und Roma werfen US-Historiker Geschichtsverzerrung vor

17. August 2001, 09:23
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Parallelität des Nazi-Völkermordes geleugnet

Heidelberg - Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma wirft dem aus Deutschland stammenden amerikanischen Guenter Lewy Geschichtsverzerrung vor. Lewy habe in seinem Buch "Rückkehr nicht erwünscht - Die Verfolgung der Zigeuner im Dritten Reich" das ganze Arsenal negativer Stereotypen über Sinti und Roma übernommen, kritisierte der Präsident des Zentralrates, Romani Rose, am Donnerstag in Heidelberg. Lewy leugne die Parallelität des Nazi-Völkermords an den Juden und den Sinti und Roma. Den Opfern werde bewusst die Schuld an ihrer eigenen Ermordung angelastet.

Der im Jahr 1939 als 15-Jähriger aus Deutschland emigrierte Lewy war lange Jahre an der University of Massachusetts in Amherst tätig. Er hat unter anderem über das Verhältnis der katholischen Kirche zu den Nazimachthabern geforscht. In den USA erhielt das kürzlich auf Deutsch erschienene Werk überwiegend positive Kritiken. (APA/dpa)

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