Teilnehmer an Orchesterprobe im großen Saal schlugen Alarm

17. August 2001, 13:45
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Evakuierungen der umliegenden Häuser waren notwendig

Wien - Anrainer aus drei benachbarten Straßenzügen wurden aus ihren Wohnungen in Sicherheit gebracht. Laut dem Stadthauptmann des Bezirks Landstraße, Wolfgang Zapf, waren die Dämpfe, die sich bei dem Feuer entwickelt hatten, gefährlich. "Deswegen haben wir nicht nur die Evakuierung durchführen müssen, sondern haben auch das Gebiet rund um die Sofiensäle großräumig abgesperrt", erklärte Zapf.

Mehrere Häuser evakuiert

Zehn bis 14 Häuser in der Seidlgasse, der Blattgasse und der Kegelgasse wurden nach Auskunft der Behörden evakuiert. Die Wiener Linien fuhren in einer Seitengasse mit Autobussen auf, die den Menschen als vorläufige "Notunterkünfte" dienten. Wer Habseligkeiten aus seiner Wohnung holten wollte, durfte das nur in Begleitung eines Beamten tun. Einsatzleiter Hauptinspektionsoffizier Fritz Lerch hoffte, dass die Evakuierungen noch in den Abendstunden aufgehoben werden können.

Teilnehmer einer Orchesterprobe hatten Rauch bemerkt

Daniel Montag, als Stage Manager Mitarbeiter der Betreiberfirma KulturConsult, schilderte den Ablauf des Feuerdramas: Gegen Mittag hatten die Teilnehmer einer Orchesterprobe im großen Saal Rauch bemerkt, der schon durch die Lüftungsklappen drang. Als erster war einer Schwangeren der Brandgeruch aufgefallen.

Arbeiter verlangte Küberl für Löscharbeiten

Während die Feuerwehr alarmiert wurde, meldete sich Arbeiter vom Dach, der nach Wasserkübeln zum Löschen verlangte. Sechs Personen eilten mit Eimern ins Dachgeschoß. Dort sah man aber wegen des dichten Rauches die Hand nicht mehr vor den Augen. Die Löschversuche schlugen fehl, die anrückende Feuerwehr orderte "Alle Mann raus".

Verletzter Arbeiter noch nicht befragt

"Es wird noch einige Tage bis zur Klärung der Brandursache dauern", sagte der Leiter der Brandermittlungen, Mag. Michael Kendl vom Sicherheitsbüro. Einer der Zeugen - der verletzte Arbeiter - konnte noch nicht befragt werden. Er befand sich in Spitalsbehandlung.

Generalsanierung war aufgeschoben worden

Bezirksvorsteher Erich Hohenberger sprach von "einem großen Verlust für den Bezirk". Seinen Angaben nach war die geplante Generalsanierung, die 300 Millionen Schilling gekostet hätte, bis Anfang 2002 aufgeschoben worden. Noch diesen Oktober hätte die Entscheidung über die weitere Nutzung fallen sollen.(APA)

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