Scheibner will nicht Bundespräsident werden

16. August 2001, 18:42
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FP-Minister fühlt sich von Riess-Passer- Vorschlag jedoch geehrt

Wien - Verteidigungsminister Herbert Scheibner zeigt keine Ambitionen, für die FPÖ 2004 ins Rennen um die Bundespräsidentschaft zu gehen. Er freue sich zwar, dass Parteichefin Susanne Riess-Passer ihn für so ein hohes Amt für befähigt erachte - jedoch: Es sei "nicht zielführend, sich schon jetzt über Kandidaten den Kopf zu zerbrechen", so Scheibner im "Kurier" (Freitag-Ausgabe). Was man zurzeit mit der Bundespräsidentschaft verbinde, sei "mit jemandem, der voller Dynamik in der Politik steht", nicht "nachvollziehbar". Das gelte auch für ihn.

Wie der FP-Vize betonte, sei er "mit Leidenschaft Verteidigungsminister". Vorerst müsse jeder seine Funktion aktiv ausfüllen. Die Entscheidung über die Nominierung werde dann auch davon abhängen, was die nächste Nationalratswahl bringe, meinte Scheibner. Die FPÖ habe viele geeignete Kandidaten "in allen Altersklassen über 35" und werde auch einen nominieren.

Ein altersmäßiger Kontrapunkt zu Bewerbern anderer Parteien, wie ihn Riess-Passer angedeutet hatte, wäre für Scheibner zwar nicht schlecht, jedoch hat er auch Bedenken. Es könne nämlich auch so sein, dass die Bürger jemanden wollten, der durch sein Alter Autorität besitze: "Alles was neu ist, birgt Unsicherheit".

Für sich selbst will Scheibner in der Zukunft eine Kandidatur aber nicht ganz ausschließen: "Die Frage ist, ob man das mit einem anderen Funktionsverständnis ändern kann". Er sei erst 38 und "nicht am Ende meiner Schafffenskraft. Ich möchte etwas bewegen".

Ausgelöst worden war die Diskussion durch ein "News"-Interview von Parteichefin Susanne Riess-Passer. Dort hatte sie sich gefragt: "Warum soll Österreich nicht einmal einen jungen Bundespräsidenten haben, einen wie Jörg Haider? Oder einen Herbert Scheibner." Es müsse nicht immer "ein alter Mann sein". (APA)

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