Aufregung um Unterinntalbahn

17. August 2001, 15:29
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Kein Baustopp durch Forstinger - "Fehlinterpretation"

Innsbruck/Wien - Meldungen über einen angeblich von Verkehrsministerin Monika Forstinger verfügten Baustopp bei der neuen Bahntrasse im Unterinntal haben am Donnerstag in Tirol für heftige Reaktionen gesorgt.

Wirtschaftsbundobmann Jürgen Bodenseer sprach von "in den Wind geschossenen Millionen", SPÖ Politiker von einer "Ohrfeige für Tirol". Landeshauptmann und Verkehrsreferent Wendelin Weingartner meinte, dass seines Wissens kein Baustopp verfügt worden sei, sondern lediglich ein fehlendes Gutachten für eine Verzögerung von zwei Wochen sorge. Trotzdem fand Weingartner scharfe Worte für die Verkehrspolitik der Regierung. Es gehe nicht an, dass "im Westen kassiert und im Osten in die Infrastruktur investiert" werde. Er habe den Eindruck, dass der Horizont Wiens verkehrspolitisch in Salzburg ende.

Forstingers Kabinettchef Hans-Jürgen Miko stellte schließlich klar, dass es vor Erlassung eines Bescheides für den nächsten Bauabschnitt lediglich darum gehe, ein für Anfang September erwartetes Gutachten über "Kosten und Durchführbarkeit des Streckenausbaus" abzuwarten. Bis jetzt, so Miko, seien in den vierspurigen Bahnausbau zwischen Radfeld und Baumkirchen drei Mrd. S (218 Mio. EURO) geflossen, insgesamt seien 16,8 Mrd. S projektiert. (HS, Der Standard, Printausgabe, 17.8.2001)

Auch Hans Lindenberger, Geschäftsführer der für das Projekt verantwortlichen Brenner-Eisenbahn-Gesellschaft, bezeichnet den kolportierten Baustopp inzwischen als "Fehlinterpretation". (HS, Der Standard, Printausgabe, 17.8.2001)

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