Kanal soll Überschwappen von Vulkan-Kratersee verhindern

18. August 2001, 14:10
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Schutzbau für Stadt am philippinischen Pinatubo

Crow Valley - Ein Team von Ingenieuren und Anwohnern hat am Donnerstag mit dem Bau eines Abflusskanals für den Kratersee des philippinischen Vulkans Pinatubo begonnen. Der Kanal sei notwendig, weil der See während der kommenden Regenzeit über den Rand des Kraters zu schwappen drohe, sagten Vulkanologen. Dabei könne eine riesige Flutwelle die 45 Kilometer entfernte Stadt Botolan zerstören, in der 46.000 Menschen leben.

15 Millionen Kubikmeter Wasser wenn Kraterwand bricht

Geologen warnten, die Kraterwand könne brechen und die Wassermassen freilassen. Die bis zu 15 Millionen Kubikmeter Wasser sollen nun über einen fünf Meter tiefen und 80 Meter langen Kanal in einen nahe gelegenen Fluss abgeleitet werden.

Der Bürgermeister von Botolan sagte, es werde zwei bis drei Wochen dauern, bis der Kanal fertig sei. Die Verwaltung habe 200 Mitglieder des dort ansässigen Aeta-Stammes für die Bauarbeiten mobilisiert. In einer Zeremonie brachten Stammesmitglieder zu Beginn der Arbeiten ihren Göttern Opfer dar. Die Menschen, die am Fuße des Pinatubo leben, sind vorsichtshalber evakuiert worden.

Wasserspiegel nur noch fünf Meter vom Rand des Kraters

Vergangene Woche hatten Experten auf Luftaufnahmen des Kratersees erkannt, dass den Wasserspiegel des Sees nur noch fünf Meter vom Rand des Kraters trennten. Mit Hilfe des Kanals soll verhindert werden, dass es zu einer ähnlichen Katastrophe wie 1998 in Nicaragua komme, sagten Experten. Dort floss damals der Kratersee des Casita-Vulkans aus. Das Wasser zerstörte zwei Dörfer und tötete etwa 2.000 Menschen.

Der Pinatubo liegt etwa 90 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Manila. 1991 war er nach fünf Jahrhunderten Ruhe zuletzt ausgebrochen. Damals starben 800 Menschen. (APA/Reuters)

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