Barenboim gegen Wagner-Verbot

16. August 2001, 18:32
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Er will auch künftig in Israel auftreten

Berlin - Der Dirigent Daniel Barenboim will auch nach den Diskussionen um seine Wagner-Zugabe beim Israel-Festival in Jerusalem weiter in Israel auftreten. "Na klar. Ich habe kein Problem damit", sagte er in einem Interview mit der Illustrierten "Bunte".

Man verschaffe Hitler einen posthumen Sieg, wenn man Wagner nur deshalb banne, weil Hitler ihn zu seinem Lieblingskomponisten erklärt habe, meinte der Generalmusikdirektor der Berliner Staatsoper. Er wolle auch nicht Holocaust-Überlebenden vorschreiben, was sie hören sollen oder nicht. "Aber sie sollten Wagner nicht anderen verbieten, die kein Problem damit haben", meinte Barenboim.

Der Dirigent hatte wie berichtet bei einem Gastspiel seiner Berliner Staatskapelle am 7. Juli in Jerusalem als Zugabe Vorspiel und "Isoldes Liebestod" aus Richard Wagners Oper "Tristan und Isolde" gegeben, was zum Teil heftige öffentliche Proteste in Israel auslöste. Das Publikum hatte sich auf Befragen Barenboims mehrheitlich für die Zugabe entschieden, während die Gegner unter Tumulten den Saal verließen. (APA/dpa)

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