I-D Media: Kündigungen in Wien

16. August 2001, 17:17
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Multimedia-Dienstleister senkt Umsatz- und Ergebnisprognose für 2001

Der Multimedia-Dienstleister I-D Media hat nach eigenen Angaben aufgrund des schwachen Marktumfelds für Internet-Dienstleistungen seine Umsatz- und Ergebnisprognose für 2001 nach unten korrigiert. Es werde nun von einem Umsatzrückgang um 20 bis 35 Prozent und einem Betriebsverlust von 25 bis 30 Mill. DM (15,3 Mill. Euro/211 Mill. S) ausgegangen, teilte das am Neuen Markt gelistete Unternehmen am Donnerstag in Berlin mit.

Ursprünglich hatte I-D Media für das laufende Jahr ein Umsatzplus von 20 bis 40 Prozent (Umsatz 2000: 77,8 Mill. DM) und einen Betriebsverlust von zwölf (minus 17,5) Mill. DM angepeilt. Das Unternehmen kündigte an, weitere Standorte schließen zu wollen.

Gewinnzone 2002

An der Prognose, im ersten Halbjahr 2002 die Gewinnzone zu erreichen, halte I-D Media fest. Die I-D-Media-Aktie brach um mehr als 30 Prozent auf 2,08 Euro ein. Bereits im zweiten Quartal seien umfassende Restrukturierungsmaßnahmen eingeleitet worden, teilte das Unternehmen weiter mit.

21 Mitarbeiter in Stuttgart und Wien vor Kündigung

Nachdem Mitte Juni beschlossen worden sei, den Standort in Hamburg zu schließen, müssten nun auch die kleineren Standorte in Wien und Stuttgart aufgegeben werden. In Stuttgart und Wien würden insgesamt 21 Mitarbeiter entlassen. "Wir werden versuchen, für die Leute zu sorgen", sagte Unternehmenssprecher Ulrich Rosen. Am Standort Hamburg seien 95 Mitarbeiter betroffen gewesen, von denen aber bereits 90 Prozent einen neuen Job hätten. I-D Media wolle sich nun auf sein Kerngeschäft konzentrieren und alle nicht zukunftsträchtigen Geschäftsaktivitäten einstellen. Zudem wolle sich das Unternehmen noch stärker und strategischer auf seine Kunden konzentrieren, um den veränderten Marktbedingungen Rechnung zu tragen. Der hohe Betriebsverlust im Gesamtjahr entstehe vor allem durch die Kosten für die umfassenden Restrukturierungsmaßnahmen. "Die Restrukturierungsmaßnahmen werden die Kostenseite drastisch nach unten fahren", kündigte Rosen an. Mit einem Barmittelbestand von rund 48 Mill. DM sei die langfristige Perspektive von I-D Media gesichert, hieß es.

"Am Markt für Internet-Dienstleistungen derzeit nichts zu holen"

Im ersten Halbjahr 2001 war das Unternehmen bei rückläufigem Umsatz tief in die roten Zahlen gerutscht. Der Betriebsverlust habe sich auf 15,7 Mill. DM von minus 1,1 Mill. DM im vergleichbaren Vorjahreszeitraum ausgeweitet. Der Umsatz sei auf 29,4 Mill. DM von 39,8 Mill. DM in der Vorjahresperiode zurückgegangen. Rosen sagte, am Markt für Internet-Dienstleistungen sei derzeit nichts zu holen. Die Kunden würden immer zurückhaltender und stellten ihre Aufträge zurück. I-D Media befinde sich aber mit mehreren großen Kunden in recht fortgeschrittenen Gesprächen. Auch wolle das Unternehmen mit starken Partnern wie IBM seine Produkte an den Markt bringen. "Ich denke, dass wir da Erfolg haben werden", sagte Rosen. (APA/Reuters)

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