Streit um sorbische Sprache in Ostdeutschland erneut aufgeflammt

16. August 2001, 16:42
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Eltern wollen sorbische Mittelschule weiter besetzen

Crostwitz - Der Streit um den Erhalt von Sprache und Kultur der slawischen Minderheit in Ostdeutschland ist erneut aufgeflammt. Die Eltern von 17 Kindern der Gemeinde Crostwitz in der sächsischen Lausitz kündigten am Donnerstag an, die Besetzung der sorbischen Mittelschule fortzusetzen, um die Einführung einer fünften Klasse zu erzwingen. Bereits seit dem Schulbeginn vor einer Woche werden die Kinder von ihren Eltern täglich zu einem faktisch illegalen Unterricht mit pensionierten Lehrern geführt.

Im sächsischen Landtag kämpft vor allem die PDS für ein verbindliches Gesamtkonzept einer sorbischsprachigen Schulausbildung. Im Gegensatz dazu hatte Ministerpräsident Kurt Biedenkopf (CDU) in einem Brief an den Vorsitzenden des Bundes Lausitzer Sorben (Domowina), Jan Nuck, zwar Verständnis für die Sorgen der Sorben geäußert, jedoch zugleich klar gemacht, dass die demografische Entwicklung auch an ihnen nicht vorbeigehe.

Mit dem Argument sinkender Schülerzahlen hatte Kultusminister Matthias Rößler beschlossen, keine neue fünfte Klasse mehr an der sorbischen Mittelschule einzurichten. Die Eltern befürchten ihrerseits die drohende Schließung der Bildungsstätte. (APA/AP)

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