Wettquoten zu Charles-Heirat sinken

16. August 2001, 16:29
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Sprecher des Kronprinzen dementiert: "Die Lage hat sich nicht verändert"

London - Ein britischer Pressebericht über das angebliche Einverständnis von Königin Elizabeth II. zu einer Hochzeit von Prinz Charles (52) und Camilla Parker Bowles (53) hat am Donnerstag in London Aufregung ausgelöst. Bei den Buchmachern sanken die Quoten für Wetten auf eine Hochzeit innerhalb der nächsten zwei Jahre drastisch, obwohl ein Sprecher von Prinz Charles dementierte: "Die Lage hat sich nicht verändert." Der Palast hatte in der Vergangenheit offiziell erklärt, Charles habe keine Absicht, wieder zu heiraten.

Buchmacher

Der große Buchmacher William Hill, der bisher für zehn eingesetzte Pfund (15,8 Euro/217 S) im Fall einer Heirat in den nächsten beiden Jahren 50 Pfund (79,0 Euro/1.087 S) zurückgezahlt hätte, kürzte am Donnerstag die Quote auf 30 Pfund (47,4 Euro/652 S). Die konservative Zeitschrift "Spectator" hatte unter Berufung auf "gut informierte Beobachter" berichtet, Queen Elizabeth II. (75) habe "widerwillig" ihren Widerstand gegen eine neue Heirat des Thronfolgers aufgegeben. Prinz Charles und dessen langjährige Geliebte Parker Bowles dürften aber erst nach dem 50. Thronjubiläum der Königin heiraten, das im kommenden Jahr gefeiert wird. Parker Bowles werde nach Thronbesteigung Charles' weder den Titel Königin erhalten noch werde sie zuvor Prinzessin von Wales sein, weil dies der Titel von Diana gewesen sei, der 1997 gestorbenen Ex-Frau des Prinzen.

Kein Kommentar

Ein Sprecher des Buckingham-Palasts reagierte zurückhaltender als der Sprecher des St. James's Palace: "Diese Art von Spekulation würden wir niemals kommentieren."

"Man hat mir gesagt, dass die Königin eingesehen hat, dass sie die Beziehung von Charles und Camilla regeln muss, bevor Charles König wird. Denn wenn sie das nicht tut, dann werden die ersten Monate der Regentschaft Charles durch Schlagzeilen über die Bettenaufstellung im Buckingham-Palast beherrscht", sagte "Spectator"-Autor Peter Oborne im britischen Rundfunk BBC. "Ich habe in den vergangenen Wochen mit einer ganzen Menge von Höflingen gesprochen, von denen ich weiß, dass sie wissen, was passieren wird." Charles und Camilla dächten sogar an eine standesamtliche Trauung, um keine Konflikte mit der Anglikanischen Kirche auszulösen.

Kirchliches Verbot

Die Kirche von England, deren Oberhaupt Charles bei seiner Krönung würde, verbietet die Trauung von Geschiedenen, wenn der geschiedene Partner - wie im Fall von Charles und Camilla - zuvor zum Zerbrechen der Ehe beigetragen hat.

"Es ist absolut unvorstellbar, dass ein künftiger König von England außerhalb seiner eigenen Kirche heiratet", widersprach Harold Brooks-Baker, ein Mitarbeiter des Adelskalenders Burke's Peerage. "Der Prinz von Wales wird keine geschiedene Person heiraten, ohne dass nicht zuvor die Kirche von England ihre Vorschriften geändert hat, so dass alle Geschiedenen offiziell von einem anglikanischen Pastor vermählt werden können."

Ein früherer Pressesprecher der Königin, Dickie Arbiter, widersprach dem "Spectator"-Bericht ebenfalls: Das Blatt sei nur benutzt worden, um die öffentliche Reaktion zu testen. Es gebe überhaupt keinen Grund für eine Heirat, weil Prinz Charles nicht so schnell König werde: "Die Königin ist bei sehr guter Gesundheit. Eine Abdankung steht nicht zur Debatte. Sie könnte ihren derzeitigen Job noch gut 20 oder 25 Jahre weiter machen." (APA/dpa)

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