Linke "WOZ" rückt vom Lohngleichheitsprinzip ab

16. August 2001, 16:24
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Ziel ist mehr Lohn für alle durch mehr Einnahmen

Die linke Schweizer Wochenzeitung "WOZ" rückt probeweise ab von ihrem Prinzip "gleicher Lohn für alle". Wer den mühsamen Job des Inserate-Akquirierens auf sich nimmt, soll mehr verdienen. Ziel ist mehr Lohn für alle durch mehr Einnahmen.

Die heute bezahlten 3900 Franken (2.567 Euro/35.322 S) brutto für eine 100-Prozent-Stelle hätten schon längst erhöht werden müssen, sagt Verena Mühlberger von der "WOZ"-Geschäftsleitung. Bloss woher das Geld nehmen? Die Inserate-Akquisition ist mehr als mühsam. Dazu der magere "WOZ"-Einheitslohn: Motivierte Leute für diese Arbeit sind kaum zu finden und wären doch so wichtig.

Flucht nach vorne

In dieser Situation habe man sich für die FLucht nach vorne entschieden. Mitte Juli habe das Plenum ein vorübergehendes Abrücken vom Prinzip der Lohngleichheit beschlossen, teilte die "WOZ" am Donnerstag in ihren "Hausmitteilungen" mit. Die Erhöhung gilt für ein Jahr. Dann will man die Lage neu beurteilen.

Laut Mühlberger werden die Löhne der Mitarbeitenden auf der Inserateabteilung bis auf 4900 Franken brutto angehoben. Die genaue Höhe sei noch nicht festgelegt. Zudem soll die Inserate-Abteilung neu organisiert werden.

Einheitslohn von 5000 Franken

Ziel sei es, die Einnahmen so weit zu erhöhen, dass schließlich ein Einheitslohn von 5000 Franken für alle herausschaue, sagte Mühlberger. Dies werde allerdings kaum schon im kommenden Jahr sein - zwei, drei Jahre Zeit müsse man schon einplanen. Falls man über dem Budget liege, könnte der Überschuss auch als Bonus dem Team ausgerichtet werden.

Die Maßnahme hat sich laut Mühlberger bereits gelohnt: Ein zusätzlicher Mitarbeiter wurde bereits eingestellt, eine weitere Anstellung steht in Aussicht. (APA/sda)

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