Theater, Hotels und Hofburg

16. August 2001, 18:02
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Höchstmögliche Alarmstufe 8 bei Gerngroß- und Hofburg-Brand

Wien - In Wien ist es in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder zu schweren Bränden gekommen. Einer der spektakulärsten der vergangenen Jahre betraf die Hofburg im November 1992.

8. Dezember 1881: Knapp vor einer Aufführung von "Hoffmanns Erzählungen" bricht im Wiener Ringtheater ein Brand aus, der das Theater vollständig vernichtet. Da aus dem Haus keine Hilferufe dringen, kommt es zu der tragisch-legendär gewordenen Meldung des Polizeirates Anton Landsteiner: "Alles gerettet!". Tatsächlich kamen 386 Menschen ums Leben. Als Folge der Katastrophe wird 1882 eine der strengsten Brandschutzverordnungen Europas erlassen, die unter anderem die Installierung eines "Eisernen Vorhangs" zwischen Bühne und Zuschauerraum vorschreibt.

17. September 1937: Ein Großbrand vernichtet die Rotunde im Wiener Prater. Das 84 Meter hohe Weltausstellungsgebäude von 1873 war eines der Wahrzeichen Wiens.

13. April 1956: Die Wiener Börse, in der sich zu diesem Zeitpunkt auch die Austria Presse Agentur befindet, steht in Flammen. Das Gebäude wird zu einem Großteil zerstört.

8. Februar 1961: Ein Großbrand in der Alten Universität vernichtet den Dachstuhl.

7. Jänner 1963: Bei einem Feuer im Parkhotel Hübner in Hietzing brennen die beiden obersten Stockwerke völlig aus.

26. August 1969: Spektakuläre Brandkatastrophe mit mehreren Toten in der kanadischen Botschaft am Donaukanal. Die Ursache: Brandlegung durch einen ausgewanderten Kanadier ungarischer Nationalität.

7. Februar 1979: Ein durch Schweißarbeiten im Keller verursachter Großbrand zerstört das Wiener Kaufhaus "Gerngroß" in der Mariahilfer Straße. Die höchstmögliche Alarmstufe 8 musste ausgelöst werden, um in rund 20-stündigem Kampf die Flammen zu besiegen.

30. August 1979: In einem Vorraum zu einem Herren-WC der Nationalbank bricht ein Feuer aus. Das Gebäude wird ab dem vierten Stockwerk zerstört.

28. September 1979: Ein Brand im Hotel "Am Augarten" in Wien-Leopoldstadt fordert 25 Todesopfer, 20 ausländische Touristen und fünf Österreicher. Ausgegangen waren die Flammen von einem Papierkorb in der unbeaufsichtigten Portierloge.

19. Februar 1987: Das Steyr-Daimler-Puch-Haus am Kärntner Ring in der Wiener City brennt kurz vor einem geplanten Verkauf aus. 75 Prozent des Gebäudes werden zerstört, neun Feuerwehrmänner beim Löscheinsatz verletzt.

15. Mai 1987: Das Fernheizwerk Spittelau in Wien-Alsergrund wird durch einen Brand schwer beschädigt. Der Schaden beläuft sich auf rund eine halbe Milliarde Schilling.

13. April 1990: "Karfreitags-Brand" am Hauptgebäude der Zentralsparkasse in Wien-Landstraße. Das zur Sanierung komplett eingerüstete Haus wird schwer beschädigt.

27. November 1992: Keine Opfer gab es beim wohl spektakulärsten Brand in Wien seit Ende des Zweiten Weltkriegs: Um etwa 1.10 Uhr schlägt in der Schatzkammer der Wiener Hofburg der Brandmelder an. In der Folge werden durch das Feuer die Redoutensäle und der darüberliegende Dachstuhl komplett zerstört. Der - messbare - Schaden beläuft sich auf Hunderte Millionen Schilling. Bilder von Polizisten und Passanten, die wertvolle Bücher aus der Nationalbibliothek in Sicherheit brachten, gingen ebenso um die Welt wie die über die Kärntner Straße galoppierenden Lipizzaner, die man aus den Hofburg-Stallungen ins Freie getrieben hatte.

Die Liste erhebt keine Anspruch auf Vollständigkeit. (APA)

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